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Chronik von 1900 bis 1949

1906 bis 1907:

Bau der ersten Wasserleitung

18.5.1912:

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

1922:

Fertigstellung der Stromversorgung.

1923:

Herr Inderdohnen wird Bürgermeister von Schmidt.
Er bleibt bis 1933 in diesem Amt.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

3. Juli 1933:

Volkszählung Gemeinde Schmidt
761 männliche, 742 weibliche Einwohner = 1.503 Einwohner (FJB)
evtl. mit Vossenack oder Kesternich (?)

25. Februar 1934:

Im Montjoier Volksblatt heißt es:
Heute marschierten nach geschlossener Teilnahme an dem Kirchgang die nationalen Verbände der SA,
Stahlhelm, Kyffhäuserbund, Hitlerjugend und die gleichgeschalteten Ortsvereine mit ihren Fahnen zu
dem neben der Kirche gelegenen Kriegerdenkmal.
Die Leitung der Feier lag in den Händen des Führers des SA-Sturmes 12/184 R. Pfeifer.
Weiter wirkten mit:
der Musikverein, der Kirchenchor, das Trommler- und Pfeiferkorps und der
Bürgermeister i.R. Inderdohnen.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

11. März 1934:

Neubildung der Freiwilligen Feuerwehr in Schmidt
Wehrführer wird Johann Lennartz.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

13. August 1934:

Herr Lennartz aus Kesternich wird Bürgermeister.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

15. Juni 1935:

Gründung einer Bezugs- und Absatzgenossenschaft.
Vorsitzender wird der Landwirt Christian Hutmacher,
Schriftführer ist der Gast- und Landwirt Konrad Roeb.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

September 1935:

Durch anhaltende Trockenheit ist hier ein empfindlicher Wassermangel eingetreten.
Nur noch wenige Brunnen in Schmidt geben brauchbares Wasser, so daß die Wasserleitung
dermaßen in Anspruch genommen wird, dass sie ab und zu sogar ganz versagt.
Die Einwohner von Schmidt sind daher gezwungen, das Wasser mit Fuhrwerken aus den
Tälern zu holen.
Quellen: Franz - Josef Brandenburg und Montjoier Volksblatt

11. Juli 1941:

Bombenangriff auf Schmidt.
Die Häuser von Josef Breuer und Johann Dichant in der Nideggener Straße werden zerstört.

16. April 1942:

Die Häuser von Peter Wirtz, Heinrich Löhrer, Matthias Falter, Angela Bergsch,
Franz Lennartz, Heinrich Falter und Wilhelm Lennartz werden von Brandbomben getroffen und brennen ab.

10. Oktober 1943:

Leutnant Metzen wird über dem Kalltal bei Harscheidt mit seinem Flugzeug abgeschossen. Das Flugzeug zerschellt im Wald in der Nähe von Klaus.
Leutnant Metzen wird am „Schangze Pöttche“ – heute unterhalb Haus Seeblick – gefunden.
Es gelang ihm, aus dem Flugzeug zu kommen, doch da die Höhe zu gering war, öffnete sich der Fallschirm nicht und Leutnant Metzen schlug auf den Boden auf.
Er war sofort tot.
Sein Funker blieb im Flugzeug.
Er war tödlich getroffen worden.

5. September 1944:

Der erste Räumungsbefehl für die Schmidter Bevölkerung kam.
Viele verließen jetzt schon Schmidt.
Sie kamen meist in die ehemalige DDR nach Thüringen.
Die meisten Einwohner verließen Schmidt jedoch erst Ende Oktober 1944.

16. Oktober 1944:

Walter Lutterbach stirbt auf dem Kartoffelfeld, als er von einer Granate getroffen wird.

März 1945 bis 1948:

Die Schmidter kommen aus der Evakuierung nach Hause.

2. April 1945:

Josef Schleicher verunglückt im Kermeter durch Munition.
Er galt lange Zeit als verschollen, da man von ihm keine Überreste gefunden hatte.
Erst viel später fand man die Überreste seines Fahrrades und seiner Aktentasche.
Daneben einige Knochenreste.

30. Mai 1945:

Kaplan Jordan kommt nach Schmidt.
Die erste Fronleichnamsprozession wird abgehalten, die erste Heimbachwallfahrt findet wieder statt.
Kaplan Jordan segnet die Kriegsgräber und die unbeerdigten Überreste der gefallenen Soldaten ein, die noch überall in unserer Gemeinde zu finden sind von Gerstenhof – Klaus über Kommerscheidt – Schmidt – Froitscheidt – Harscheidt.
Ein amerikanischer Priester hatte die wertvollen Kirchengeräte, Monstranz und Kelche, von Schmidt nach Roetgen gerettet.
Diese werden jetzt nach Schmidt zurückgeholt.
Der Gottesdienst kann wieder gefeiert werden, zuerst im Schützenhof, später in einer Baracke, die als Notkirche diente und auf dem heutigen neuen Friedhof stand, vom Haupteingang gesehen links hinter der Hecke im rechten hinteren Teil.
Die Baracke diente vorher als Turnhalle.
Kaplan Jordan hat diese Baracke besorgt.

29. Juni 1945:

Severin Lennartz stirbt im Kalltal bei der Mestrenger Mühle durch eine Mine, nachdem er andere gewarnt hatte.
Seit 1940 war er Soldat.
Er war heil aus dem Krieg zurückgekehrt.

4. Oktober 1945:

Therese Schönewald stirbt durch eine Minenexplosion bei Feldarbeiten.

20. Oktober 1945:

Rudolf und Alfred Lennartz verunglücken tödlich durch Munition.
Rudolf wurde 10 Jahre und Alfred 9 Jahre alt.

6. Januar 1946:

Quirin und Hubert Falter verunglücken tödlich auf dem Roßberg.

21. Januar 1946:

Wiederbeginn des Schulunterrichtes, zunächst im Schützenhof,
ab 13. Februar 1946 auch in Harscheidt in der Gastwirtschaft Nießen.

24. März 1946:

Erste Schulaufnahme nach dem Kriege.

26. März 1946:

Erste Schulentlassung nach dem Kriege.

Um die Osterzeit 1946:

Hermann Claßen stirbt durch Minen zwischen Schmidt und Scheidtbaum (am Karfreitag?)
Beim Aufräumen der Schule an der Nideggener Straße werden Otto und Martin Naas durch die Explosion einer Handgranate leicht verletzt.

27. Mai 1946:

Beginn der Schulspeisung in Schmidt.

16. Januar 1947:

Lehrer Kruppa kommt nach Schmidt.

1. Juni 1947:

Willi Nellessen und Alois Falter ertrinken im Rursee, als sie mit einem Flugzeugtank, der halbiert wurde, über den See fahren.
Der Tank schlägt um.
Da beide nicht schwimmen konnten, ertranken sie.
Erst nach neun Tagen kamen ihre Leichen an die Wasseroberfläche.
Damals konnte kaum einer schwimmen.
Die Leichen der beiden wurden am 9. und 10. Juni geborgen und am 11. Juni in einem gemeinsamen Grab beigesetzt.

Sommer und Frühherbst 1947:

Das Haus Heinrich Flohr in der Monschauer Straße brennt ab.
Es gibt einen schönen, heißen Sommer.
Das Trinkwasser ist knapp.
Im Venn brechen mehrere Moorbrände aus.
Funken und Asche fliegen bis zu uns nach Schmidt.
Der Brand wird erst durch ein Gewitter mit starkem und lang anhaltendem Regen gelöscht.

1. Oktober 1947:

Frau Dr. Lüttgenau übernimmt die Stelle des Schulrates im Kreis Monschau zunächst kommissarisch.
Ab 1. Januar 1948 ist sie dann Schulrätin.

In den Jahren nach dem Krieg gibt es viele Waldbrände, besonders in Kommerscheidt brechen immer wieder heftige Waldbrände aus, die durch herum liegende Munition und Phosphor ausgelöst werden.
Löschen ist nicht möglich, da immer wieder Munition aller Art explodiert.
Auch gibt es kein Feuerwehrauto und keine Motorspritze.
Diese werden erst im Jahr 1948 angeschafft.
Zudem ist ein Löschen in den zerschossenen Wäldern gar nicht möglich.
Es gibt keinen Weg und keinen Pfad, den man begehen kann.
Außerdem liegen noch überall Minen.
Überall im Hürtgenwald ist dies der Fall.

1948:

In Kommerscheidt brennt eine Baracke ab.
Drei oder vier Familien werden obdachlos und verlieren all ihr Hab und Gut.
Die Feuerwehr errichtet an der Kommerscheidter Straße eine Baracke (Nissenhütte) als erstes Gerätehaus nach dem Krieg.
Später diente diese Baracke als Umkleideraum am Sportplatz.

21. Juli 1948:

Inge Cremer wird in Kommerscheidt vom Blitz getroffen und ist sofort tot.
Sie war auf dem Heimweg vom Waldbeerpflücken, als sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von einem Gewitter überrascht werden.

1949:

Wieder brennt in Kommerscheidt eine Baracke ab, in der die Familie Wirtz wohnte.