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Chronik von 1800 bis 1899

Wussten Sie eigentlich...

dass es in ganz Deutschland nur einen Ortsnamen Schmidt (mit d – t) am Ende gibt?

Richtig! Es ist Schmidt / Eifel am Rursee, unser Heimatort.

Entnommen der Chronik der Bürgermeisterei Schmidt um 1935.

Der frühere Bürgermeister von Schmidt, Arnold Wirtz, aus dem Nachbarort Vossenack hat am 10. November 1828 begonnen, diese Chronik zu schreiben.
Es sind dies nur Auszüge über die wichtigsten Ereignisse.
Hätte man sich nur die Mühe gemacht und alles genau aufgeschrieben!
Wilhelm Schleicher, der viel über die Geschichte von Schmidt nachgeforscht und geschrieben hat, hat diesen Satz gesagt.
Ihm verdanken wir auch die nachfolgende Chronik unseres Ortes.
Wir wollen sie so wiedergeben, wie sie damals aufgeschrieben wurde, auch wenn uns die Grammatik teilweise fremd ist.
Die Gemeinde Schmidt stand bis zur Zeit, wo sie unter französische Herrschaft kam, unter Pfalzbayerischer Hoheit und machte einen Teil des Amtes Montjoie aus, welches zum Herzogtum Jülich gehörte.
Durch das französische Decret vom 22. Fructidor L’an 7, welches die vier Rhein-Departementes Frankreich einverleibte, ist sie ein integrierender Teil des französischen Reiches geworden, und in die Maire Schmidt, Arrondissement Aachen, Departement de Roer, wovon die Stadt Aachen der Hauptort und Sitz des Präfekten gewesen, aufgenommen.
Durch den Pariser Frieden am 30. Mai 1814 ist die Gemeinde Schmidt von Frankreich wieder abgelöst und in Gemäßheit der im Frühjahr 1815 zwischen den hohen verbündeten Mächten zu Wien stattgehabten Verhandlungen und Beschlüsse und darauf gegründeten Verträge der Krone Preußen angefallen.

Nach dem allerhöchsten Patent d. d. Wien, den 5. April 1815, vermittels welchem
Se. Majestät der König von Preußen, Friedrich Wilhelm III. von den Entschädigungs-Provinzen am Rhein Besitz genommen, ist die Gemeinde Schmidt dem Großherzogtum Niederrhein zugeteilt und bei erfolgter Abgrenzung des Verwaltungs-Bezirks der königlichen Regierung zu Aachen im Jahre 1816 mit der aus mehreren Gemeinden bestehenden Bürgermeisterei Schmidt, dem landrätlichen Kreis Montjoie zugefallen, dem sie in administrativer Hinsicht gegenwärtig, also 1935, noch zugehört.
Die Stadt Montjoie ist hiervon der Hauptort.
Wenn auch nicht alle seit dem Jahre 1814 in der Bürgermeisterei vorgekommen Ereignisse aus Mangel gehaltener Notizen aufgeführt werden können, so sind viele doch noch bekannt und von solcher Wichtigkeit, dass sie der Aufbewahrung wert sind und für die Nachwelt von Interesse sein dürften.

Die Bürgermeisterei Schmidt besteht aus folgenden Ortschaften:

Schmidt, Haupt- und Kirchdorf 71 Häusern
Eschauel Hof 1 Haus
Kommerscheidt 39 Häusern
Harscheidt 36 Häusern
Geisief 1 Haus
Froitscheidt 2 Häusern
Mausbach 4 Häusern
Hüttenwerk in Zweifallshammer 2 Häusern
   
Insgesamt Schmidt 156 Häuser
   
Vossenack 113 Häusern
Germeter 11 Häusern
Simonskall 4 Häusern
Mestrenger Mühle 1 Haus
   
Insgesamt Vossenack 129 Häuser

Im Jahre 1828 hat die Bürgermeisterei Schmidt somit 285 Häuser.

Die Gemeinde gehört zum Königlichen Friedensgericht Montjoie, zum 3. Bataillon Malmendyer 25 Landwehr Infanterie-Regiment.

1814:

In diesem Jahr lieferte die Bürgermeisterei behufs Truppenverpflegung 55 Malter Hafer
(1 Malter = 12 Scheffel) = 6,6 hl; 550 Rationen Heu, 165 Rationen Stroh in das Magazin zu Montjoie,
19 Zentner Stroh in die Festung nach Jülich. Einquartiert waren vom 1. August bis 31. Dezember in Summa 157 Offiziere und 9529 gemeinde Preußische Truppen, wofür gleich bar vergütet wurden 804 Frs., 91 Cts und durch Compensation auf Steuerreste 1428 Frs. und 4 Cts.
Für den Unterhalt des Neben-Militaire-Spitals in Montjoie bezahlte die Gemeinde 324 Frs., 1 Cts., sowie durch Materalien darein 61 Frs., 82 Cts. Lieferung in das Neben-Militaire-Magazin fünf-vierfünftel Malter Hafer, 480 Pfund Hafer, 579 Pfund Stroh.
Dazu wurden noch Parkfuhrdienste geleistet.

1815:

wurden zur Verproviantierung der Stadt Cöln geliefert 3 Ohm, 50 Quart Branntwein oder in Geld 298,20 Frs. (1 Ohm = 137,4 Liter, 1 Quart = 1,2 Liter).
In Natura 323 Zentner, 27 Pfund Heu, 19 Zentner Stroh, 3178 Pfund Fleisch.
Vergütung 1724,71 Frs.
Stellung einer Menge von Arbeitern nach Cöln und Jülich behufs Festungsbau.
Der Gemeinde Aufwand 500,00 Frs.

1816:

mißriet die ganze Ernte.
In diesem Jahr wurde auf Anordnung des Herrn Landrats Böcking der Kreisweg durch den Buhlert von Simmerath auf Schmidt zu zur bequemen Herstellung der Kommunikation mit dem Jülicher Lande, welches dem hiesigen Kreise das Brotkorn zum größten Teil liefert, chausseemäßig angelegt.
Die Anlage geschah durch Naturaldienste der hiesigen und der Bürgermeistereien Kesternich, Ruhrberg und Dedenborn.

1817:

wirkliches Notjahr.
Teuerung, 1 Scheffel Roggen 7 Thl., 20 Sgr., 3 Pfg., 1 Scheffel Gerste 5 Thl., 1 Scheffel Hafer 2,5 Thl.
(1 Scheffel = 54,96 Liter) , 8 Pfund Roggenbrot 23 Sgr., 3 Pfg.
„Ein hier nie erhörter Preis“, schreibt der Chronist.
Durch die väterliche Huld Seiner Königlichen Majestät erhielt die Bürgermeisterei 188 Scheffel ostfriesischen Roggen.
Hiervon ging ab ein Sechstel für die Armen, so in Brot gebacken unter dieselben ausgeteilt wurde.
Der Rest des Roggen wurde mit 3 Thl. 1 Sgr. 3 Pfg. bezahlt pro Scheffel, außerdem erhielt jeder der beiden Pfarrer (also Schmidt und Vossenack) 3 Scheffel als Geschenk Seiner Königlichen Majestät.

1818:

Vom Jahre 1771 bis 1818 den 20. Juni war der Herr Quirin Stolz, gebürtig vom Hof Brementhal, Pfarrer zu Schmidt, welcher sein Amt altershalber niederlegte und als Rektor nach Pissenheim (heute Muldenau) verzog.
An seine Stelle trat der jetzige Pfarrer Herr Jakob Hausmann, gebürtig aus Scheifenthal, gewesener Vicarius in Eicherscheidt.

1819:

Am 14. Februar verirrte sich Nicolas Viernig von Schmidt, 24 Jahre alt, welcher abends von Steckenborn, wo er der Tanzmusik beigewohnt hatte und nach Hause gehen wollte, und büßte dabei im Buhlert, indem er sich im Schnee abgegangen hatte, sein Leben ein.
In diesem Jahre legte der Beigeordnete Bürgermeister Lütger Scholl in Simonskall sein Amt nieder, sein Nachfolger war Anton Wirtz zu Vossenack.

1822:

Brand zu Kommerscheidt:
Nikolaus Lennartz Stall und Scheune fielen einem Schadensbrand zum Opfer.
Vom Jahre 1813 bis April des Jahres war Theodor Naas von Eschauel Bürgermeister, dieser wurde wegen Ablauf des Zeitraumes von fünf Jahren entlassen und an seine Stelle der bisherige Beigeordnete, jetzige Bürgermeister Anton Wirtz von Vossenack ernannt.
Beigeordnter ab nun Josef Stollenwerk von Harscheidt.

1823:

11. Oktober 1823 von Seiner Königlichen Majestät genehmigter Vergleich als Eigentümer, Feuerbrands-Waldungen.
An dem Schmidter Feuerband sind berechtigt:
Schmidt 70 Häuser, Eschauel 1 Haus, Kommerscheidt 39 Häuser, Harscheidt 36 Häuser, Geisief 1 Haus, Mausbach 4 Häuser, Frotischeidt 2 Häuser, Zweifallshammer 1 Haus.
Vossenacker Feuerbrand:
Hier sind berechtigt: Vossenack 113 Häuser, Germeter 11 Häuser, Simonskall ist gar nicht beteiligt.
Feuerbrandswald von Schmidt: 3660 Morgen = 915 Hektar.
(1930 Schmidter Waldbesitz noch 2180 Morgen = 545 Hektar).
Feuerbrandswald von Vossenack 400 Morgen = 100 Hektar.
(1930 waren es 624 Morgen = 156 Hektar).
Hier sei zu erwähnen, dass in der Gemeinde Schmidt in den 20ger Jahren viele Waldflächen durch Rodungsprojekte in Acker- und Wiesenland umgewandelt wurden. Vossenack hat sicherlich auch gerodet, aber vielleicht auch angepflanzt oder sonst wie die Waldfläche erweitern können.

1825:

Am 18. July war Matthias Breuer aus Schmidt auf dem Felde, was an dem Wald grenzte, mit Schüle zu brennen beschäftigt und indem dass das Feuer der aufgelegten Rasenhaufen durch den Wind etwas stark wurde, drang es bis zum Wald ein.
Breuer wollte das Feuer zu löschen suchen, ward aber von dem Dampf so ergriffen, dass er nicht weiter konnte und somit auf der Stelle verbrandte.

1826:

brannten in Vossenack drei Häuser ab:
Heinrich Cremer, Anton Wirtz, Arnold Dohmen am 30 bis 31. Januar.
Die Häuser waren versichert.
Ab dem 30. Januar wurden in der Behausung des Arnold Wirtz sieben Mann wegen Ausbleibens bei dem Landwehr – Appell eingesperrt.
Ein Teil des Kirchendaches neu gemacht, ca. 290,00 Thaler.

1827:

Bis jetzt sind auf die Herstellung resp. Unterhaltung des Weges durch den Buhlert in toto 3000 Hand- und 1390 Spanndienste von der gesamten Bürgermeisterei Schmidt verwandt worden, welche in Geld berechnet einen Kostenbeitrag von 2140,00 Thaler ausmachen würde.
Zwei Elementarschulen: Schmidt zur Pfarre und Schule Eschauel, Kommerscheidt, Harscheidt, Geisief, Froitscheidt und Zweifallshammer. --- Vossenack zur Pfarre und Schule: Germeter, Simonskall, Germeterhof, Mestrenger Mühle. Lehrer in Schmidt: Christian Stollenwerk, Lehrer in Vossenack Johann Hubert Bergsch, beide provisorisch.

1828:

Zu Schmidt und Vossenack wurde in diesem Jahre für jede Schulgemeinde ein neues Schulhaus erbaut.
Jedes Schulgebäude 1439 Thl., 20 Sgr und 7 Pfg.
Diese Summe wurde teils aus den Truppenverpflegungsgeldern aus den Jahren 1813 und 1814, teils durch extra ordinäre Umlagen gedeckt.
Am 3.Dezember 1828 abends halb sieben Uhr war hier von Südwest nach Nordost ein so fürchterlicher Erdstoß, dass sich die Gebäude merklich bewegten, in der Art hier seit langer Zeit keiner gewesen.
Im Herbst 1828 fiel hier kein Schnee, am 1. Januar 1829 fiel der erste.

1831:

Am 5. Mai nach schwerem Gewitter Schnee, zweieinhalb Zoll und Frost.
Das Laub der Bäume wurde schwarz, die Blüte der Obstbäume verdarb ganz, wodurch hier kein Obst gedieh.
Bis 17. Mai fortdauerndes schlechtes Wetter.

1832:

Cholera in Aachen und Umgebung, 285 Tote, von Paris herüberkommend. Gegenmaßnahmen:
Es wurden angeschafft: sechs vollständige Betten, zwei Dampfapparate, zwei Steckbetten, zwei Klystierspritzen, zwei Kasten mit Medikamenten.
Isoliert liegender eventueller Begräbnisplatz für Schmidt in der Meerheck, für Vossenack auf Schönheld.
Beide Plätze wurden eingefriedet und mit Kreuzen versehen.
Lehrer Hubert Bergsch von Vossenack, welcher acht Jahre als Lehrer an der Schule Vossenack gewirket, wurde auf sein Gesuch Anno 1832 entlassen, und der bisherige Lehrer zu Kalterherberg Egidius Josef Rumbach als Lehrer zu Vossenack mit einem jährlichen Fixum von 144 Thl. gewählet.

1835:

Das Frühjahr war mittelmäßig fruchtbar.
Der Sommer und Herbst aber meistens trocken und verursachte die anhaltenden Dürre, dass sämtliche Rübengewächse, die in der Regel hier häufig gelingen, sowie auch Sommer- und Rabssamen, der aber in unbedeutender Quantität angepflanzt wird, beim Aufkeimen durch die Erdflöhe so reich abgefressen wurde, dass diese Saaten ganz misslangen, was von den ältesten Ackerleuten hiesiger Gemeinde nicht gedacht wurde, einmal geschehen zu sein.

1836:

Es starb Bürgermeister Wirtz, neuer Bürgermeister Peter Wilhelm Stolz zu Schmidt.

1837:

Vom 4. bis 9. April Schneewetter: zweieinhalb Zoll. Zur Offenhaltung der Passagen wurde auf den Hauptbürgermeistereiwegen 500, auf der Bezirksstraße von Düren nach Imgenbroich 20 und in den Nebenwegen und Gassen 180 Handdiensttage verwendet.

1838:

Dasselbe Wetter. 13. bis 14. Mai Schnee.
Die Frühjahrsbestellung litt.
Das acht Pfund schwere Schwarzbrot stieg von 5 Sgr. 10 Pfg. zum Preise von 6 Sgr. und 4 Pfg.
Am 7. Juni ward es kalt und in der Nacht vom 7. auf den 8. Juni fiel so viel Schnee, dass morgens die Erde bedeckt war.
Am 8. Juni mittags schneite es so stark, wobei Schneeflocken von der Dicke eines Eies fielen.

1840:

Pfarrer Jakob Hausmann im Monat September nach Schirwaldenrath im Kreis Heinsberg versetzt:
Neuer Pfarrer Rektor von Birgel Johann Krebben.
Es wurde eine Brandspritze angeschafft, welche 208 Thl., 14 Sgr., 11 Pfg. kostete.

1841:

Am 18. November brannten 16 Wohngebäude gegen 10 Uhr in Schmidt ab in der kurzen Zeit von zwei Stunden, indem der Wind so stark war, dass an kein Löschen bei gänzlichem Wassermangel zu denken war, was auch verursachte, dass fast keine Mobilien gerettet werden konnten.
Neben den Hausmobilien sind drei Kühe und zwei Schweine verbrannt.
Es wurde nur das Haus des Schmiedes Severin Lennartz gerettet, das durch Hilfe der Brandspritze und dessen fast nicht zu erschöpfenden Brunnen gerettet worden ist.
11 Häuser waren versichert. Erlittener Schaden 7405 Thl.

1843:

Der Abgang der Fabrikate auf den Eisenhüttenwerken zu Zweifallshammer ist durch das aus dem Ausland gegen sehr billigem Preis eingebrachte Eisen sehr geschwächt worden. Daher die Eisenhütten mehrere Monate außer Betrieb gesetzt worden, was auf die ganze Gegend bedeutend nachteiligen Einfluß gebracht hat.
Im Frühjahr 1843 herrschten in Simonskall die natürlichen Menschenpocken, sogenannte schwarze Blattern, wovon der Cornelius Walter sehr schmerzlich gelitten hat.
Am 28. Mai traten Johann Plönnes aus Kommerscheidt und Christin Peil aus Vossenack mit ihrer Familie die Auswanderung nach Nordamerika an.

1844:

Amtsantritt des Försters Martin Schönewald aus Weidenauel bei Woffelsbach-Rurberg, und zwar am
28. Februar 1844.
Tödlicher Unfall des Arnold Bergsch aus Kommerscheidt, fiel in eine Axt im Walde und verblutete.
Im selben Jahr noch weitere größere Auswanderung nach Amerika

aus Schmidt:

Hubert Nießen mit Frau und Kindern und seinem Schwiegervater Franz Dohmen
7 Personen

Johann Stolz mit Frau und Kind
3 Personen

aus Harscheidt:

Johann Lennartz mit Frau und Kindern und seinem Vater Heinrich Lennartz und seiner Nichte Cäcilia,
Eva Lennartz
9 Personen

aus Vossenack:

Friedrich Wilhelm Peil unverheiratet
1 Person

Johann Wilhelm Jörres mit Frau und Kindern
5 Personen

Arnold Keischgens mit Frau und Kind
3 Personen

Johann Bongenberg mit Frau und Kindern
5 Personen

Theodor Klee mit Frau und Kindern
7 Personen

Cornelius Schmitz mit Frau und Kind
3 Personen

Math. Wilh. Poschen und Peter Wirtz (led.)
2 Personen

Franz Nelles mit Frau und Kindern und seinem
Schwiegervater Anton Dohmen
5 Personen

Mit denen aus dem Jahre 1843 insges. 56 Personen

Es wanderten weiter aus aus Schmidt

Heinrich Josef Bauer mit Frau u. 6 Kindern
8 Personen

Peter Braun mit Frau und 5 Kindern
7 Personen

Matthias Stolz, Junggeselle
1 Person

Christian Linzenich Bertrams Sohn von Germeter mit Linzenich, Frau und 6 Kindern
8 Personen

Insgesamt 24 Personen + 56 Personen

Das sind 80 Personen

Weiter wanderte aus:

Quirin Lennartz aus Harscheidt.
Sein Vater war Franz Josef Lennartz, sein Mutter Anna Kath. Lauscher.
Er kam nach Mankato (Blue Earth) in Minnesota.
Dort heiratete er Elisabeth Keber aus Merxheim/Kreuznach.
Quirin Leonard (amerik. Name) starb am 5. Dezember 1898 in Mankato, seine Frau am 23. Mai 1930.
Eine Enkelin der beiden war 1993 und 1997 hier, um die Heimat ihrer Vorfahren kennen zu lernen.

1845:

Die natürlichen Menschenpocken brachen im November in der hiesigen Bürgermeisterei aus.
14 Personen waren daran hart erkrankt, aber nur eine, der Hubert Gottfried, Kommerscheidt, ist daran gestorben.
Die Zahl ist nicht genau, weil die Erkrankungsfälle vielfach geheim gehalten wurden.

1861:

Neubau der Schule in Schmidt in Angriff genommen und vor Winter unter Dach gestellt

1862:

Neues Schulhaus fertig, es kostete 3470 Thl., 8 Sgr.,11 Pfg.
Bau der Prämienstraße Witzerath – Vlatten in Angriff genommen, unterhalb der Kirche vergantet und ausgebaut bis zum Hause Josef Lauscher.

1863:

Am 7. Januar 1863 wurde die 2. Schulklasse zu Schmidt in das neu erbaute Schulhaus verlegt.
Am Morgen wurde der festlich geschmückte Schulsaal unter Teilnahme der Schuljugend mit dem größten Teil der Gemeindemitglieder kirchlich eingesegnet.
Die Kinder führten Lieder und Deklamationen auf und wurden mit Weißbrot beschenkt. Es wurde die Knabenklasse von den Mädchen getrennt und die Wilhelmine von Langenfeld von Borbeck zur Lehrerin ernannt.
Der Hochofen auf Zweifallshammer war während des ganzen Jahres nicht in Betrieb. Fühlbarer Mangel an lohnender Arbeit.

1866:

5. Juni Grundsteinlegung der Kirche.

1867:

Übergabe der neuen Kirche zum Gottesdienst.
Kostenaufwand der neuen Kirche 17914 Thl., 19 Sgr.,7 Pfg.
Während des Kirchbaues war das neue Schulhaus zur Interimskirche eingerichtet gewesen.

1870:

Im Krieg fiel Albert Lennartz von Harscheidt beim 2. Batl., Regiment 25, am 9. Januar 1871 im Gefecht bei Villerssexel durch einen Schuß in den Kopf.

Einwohnerzahl von Schmidt 1015, von Vossenack 927.

1872:

Die Prämienstraße von Schmidt nach Nideggen wurde fertig. 4000 Thl.

1872:

Am 28. Januar 25jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer Beumers.
Die Pfarrgemeinde ehrt ihn mit einer kleinen Feier, die auch von Schulkindern mit gestaltet wird.

1873:

Seit dem 16. August eine Postagentur in Schmidt.
Dem Bürgermeister Bott wurde sie übertragen.
Der erste Landbriefträger war der Gemeindediener Hermann Josef Krapp.
Am 21. Februar 1873 starb der seit 1838 hier fungierende 1. Lehrer Förster.
Nachfolger: Kemp, dann Strauch, Hintzen, Kurt Josef, der dann lange Jahre an der Schmidter Schule wirkte und als Schulrektor in den Ruhestand ging.

1893:

brennen in Kommerscheidt 20 Häuser ab, da ein Südwest das Feuer ständig anfacht.
Ein Kind der Familie Virnich kommt in den Flammen um.
Sein verkohlter Leichnam wird einige Tage später bei den Aufräumarbeiten gefunden.
Der damalige Bürgermeister und der Pfarrer Schündeln organisieren eine große Hilfsaktion, die sogar in der ganzen Rheinprovinz bekannt wird.
Beide verteilen auch das eingekommene Geld sowie Kleider und andere Spenden an die notleidenden Familien.

(So wie man sagte, soll ein Landstreicher sich in einem Heuhaufen eine Pfeife angezündet haben. Dieser hat dabei Feuer gefangen, und der Wind hat die Funken auf die Strohdächer der Kommerscheidter Häuser getrieben.
Andere sagen, dass sich ein sogenannter selbst entzündet hat und dadurch der Brand entstanden ist.
Ein war aus dem Wald aufgesammeltes Laub, das außerhalb der Stallungen und der Scheune aufbewahrt wurde und im Winter als Streu für das Vieh diente.)