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Als die Granaten pfiffen

Geschrieben von: Erich Johnen, damals 10 Jahre alt

Als die Front unserer Heimat näher rückte, kam auch in unser Dorf der Beschuß.
Die ersten Granaten schlugen auf dem Pareer ein.

(Der Pareer – Schmidter Sprechweise - ist das Stück der heutigen Nideggener Straße von der Einmündung der Froitscheidter Straße bis zur Kirche.
Die Bezeichnung kommt aus dem Französischen von Barriere.
Dort war zur Zeit Napoleons ein Lager mit französischen Soldaten, das mit Schlagbäumen – Barrieren – vom übrigen Dorf abgetrennt war.
Auch die Bezeichnung Klein-Frankreich stammt daher).

Sie richteten weiter keinen Schaden an.
Aber in der darauffolgenden Nacht schlugen sie schon tüchtig ein, es donnerte und krachte.
Es war ein Aufruhr im Dorfe.
Unsere Häuser wurden mit Soldaten belegt.
Es wurde immer schlimmer.
Das Vieh wurde weggetrieben.
Viele Häuser wurden schwer beschädigt.
Als wir das so noch vier Wochen ausgehalten hatten, flüchteten wir nach Blens.
Dort hörten wir, dass Maria Frings durch Granaten tot geblieben war.
Maria Frings wurde am 29. Oktober 1944 bei einem Artillerieüberfall tödlich verwundet.
Sie erhielt Splitter in die Brust und wurde auch am linken Arm verletzt.
Ein junger Soldat eines Luftwaffenfestungsbattaillons mit Namen Rudi Mayer aus Jägersburg an der Saar gab alle seine Verbandspäckchen her, um Maria zu helfen.
Sie starb jedoch auf dem Weg nach Maria Wald.
Dort war ein Lazarett.