Die Kluuß (die Klaus) bei Schmidt

Am Ortsausgang Richtung Simmerath zweigt von der Monschauer Straße nach links die „Klaus“ genannte Straße ab, die uns zur gleichnamigen Siedlung führt.
Die „Kluuß“ (Klaus) ist wohl 1780 zum ersten Mal genannt, und zwar als „auf der Kluußen“.
1790 ist dann eine „Klaus“ eingetragen.
„Die Schreiber der Erhebungsbücher saßen bei der Gerichtsbehörde und waren schon so etwas wie „gebildete“ Leute, die wussten, dass die Wörter Huus zu Haus, Muus zu Maus, Struch zu Strauch im Hochdeutschen geworden waren, und sind so auch zu „Klaus“ gekommen,“ schreibt Steinröx.
Was bedeutet nun der Flurname „auf der Kluußen“?
Man geht in der Etymologie, der Lehre vom wahren Ursprung eines Worts also, davon aus, dass die „Kluußen“ abzuleiten sind von dem lateinischen Wort claudere schließen.
Eine „Kluuß“ kann aber auch ein „eingehegtes Grundstück“ sein.
Demnach muss ein „freins (Severin) rosenwick“ in dem brach liegenden Gelände um 1780 ein neues Grundstück gerodet haben, das gegen Rehe und Hirsche, besonders aber gegen Wildschweine, abgesichert werden musste.
Das erste Haus „auf der Kluußen“ dürfte um 1820/30 gebaut worden sein, denn um 1840/50 wohnte dort eine Familie Lutterbach, die bei der Gemeinde Nachwuchs anmeldete.
Noch heute trägt die im Dorf wohnende Familie Lutterbach übrigens einen der für unsere Eifeler Dörfer typischen Hausnamen: „Kluuse“.
Eine Tochter der Familie Lutterbach hat einen namentlich nicht bekannten jungen Mann namens Marx geheiratet und mit ihm auf der Klaus die Gastwirtschaft „Zur Jägersruh“ betrieben.
1923 heiratete der junge Forstbeamte Schlerkmann aus dem Westfälischen in die Familie ein, und so ist hier bis Anfang der 1950er Jahre ein Forsthaus entstanden.
Die heute dort am Waldrand stehenden Häuser der Familien Jansen/Schlerkmann tragen gemeinsam den Namen „Klaus“.

(Text: Franz-Josef Brandenburg; nach Steinröx, Hans:
Die Klaus beim Schmidt; in: Das Monschauer Land Jahrbuch 1995, S. 61ff.)