Heimatbund 500 Jahre Schmidt e.V.

Zeitungschronik
Montjoier Volksblatt, 19.8.1893 PDF Drucken E-Mail
  

Schmidt, 16. August.

Ein schwerer Schlag traf heute nachmittag unsere arme Gemeinde.

Die Hälfte des Dorfes Commerscheid, 19 mit Stroh gedeckte Wohnhäuser nebst Scheunen und Stallungen, wurde ein Raub der Flammen.

Leider wird auch der Verlust eines Menschenlebens beklagt, in dem ein dreijähriges Kind wohl unzweifelhaft in den Flammen umgekommen ist.

Da bei der großen Dürre der letzten Zeit die Häuser ganz ausgedörrt waren, griff das Feuer, dessen Ursache man nicht kennt, mit rasender Eile um sich; die Leute waren fast alle auf dem Felde oder im Walde beschäftigt.

Die Zurückgebliebenen konnten nur sehr wenige ihrer Habseligkeiten, nicht einmal das Vieh, retten.

Die Gebäulichkeiten waren nur zur Hälfte, Mobiliar gar keines versichert.

Dazu ging die ganze Heu- und Roggenernte, auch Hafer und Waldstreu, soweit sie eingescheuert waren, zu Grunde.

Ist dieses Jahr für unsere Gemeinde durch die äußerst geringe Ernte schon an sich ein Jahr des Notstandes, so trifft dieser neue Schlag doppelt hart und man wird auch fremder Beihilfe kaum entbehren können.

 
Montjoier Volksblatt, 17.1.1920 PDF Drucken E-Mail
  

Montjoie, 15. Januar.

Herr Pfarrer und Definitor Meising in Schmidt ist zum Pfarrverwalter in Höngen, Dekanat Heinsberg, ernannt worden.

 

(Anm. fjb: Definitor = Gehilfe des Dekans/Dechanten)
 
Montjoier Volksblatt, 21.2.1920 PDF Drucken E-Mail
  

Schmidt, 16. Februar

Die Pfarrgemeinde Schmidt entbot heute ihrem scheidenden Pfarrer herzliche Abschiedsgrüße. Obwohl Herr Pfarrer Meising in seiner Bescheidenheit sich jede Abschiedsfeier verbeten hatte, hätte die Schule und mit ihr die Zivilgemeinde es für höchst undankbar erachtet, ihn, der 15 ½ Jahre in selbstloser, aufopfernder Liebe und Schaffensfreude die ihm anvertrauten Gläubigen betreut, ohne ein Wort des Dankes von hinnen scheiden zu lassen. Und so war denn der geräumige Saal an der Pastorat bis auf den letzten Platz gefüllt. Die erhabene Feier wurde eingeleitet durch das schwierige „Schwinge himmelwärts, du mein Gemüte“, das der gemischte Jungfrauen- und Kirchenchor vortrug, worauf zwei sinnige Abschiedsgedichte folgten. Hierauf richtete Herr Bürgermeister Rombach im Namen der Zivilgemeinde an den scheidenden Seelenhirten herzliche Dankesworte für alle Guttaten, die er der Kirchen- und Zivilgemeinde, besonders den Armen, erwiesen hat, und überreichte ihm, dem Vater der Armen, als Ergebnis einer Sammlung eine stattliche Summe zur Verwendung für die Armen. ... Herr Hauptlehrer Kurth zeichnete dann in wenigen Strichen die Sorgfalt und Liebe, die der gute Hirte der ihm ans Herz gewachsenen Jugend hat zuteil werden lassen, dankte dem Kinderfreund im Namen der Eltern und Lehrpersonen und legte ihm als Abschiedsgeschenk das Versprechen der Kinder zu Füßen, des Scheidenden Ermahnungen und Belehrungen zu beherzigen und in die Tat umzusetzen. ...
 
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