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Zeitungschronik

Montjoier Volksblatt, 19.8.1893

Schmidt, 16. August.
Ein schwerer Schlag traf heute nachmittag unsere arme Gemeinde.
Die Hälfte des Dorfes Commerscheid, 19 mit Stroh gedeckte Wohnhäuser nebst Scheunen und Stallungen, wurde ein Raub der Flammen.
Leider wird auch der Verlust eines Menschenlebens beklagt, in dem ein dreijähriges Kind wohl unzweifelhaft in den Flammen umgekommen ist.
Da bei der großen Dürre der letzten Zeit die Häuser ganz ausgedörrt waren, griff das Feuer, dessen Ursache man nicht kennt, mit rasender Eile um sich; die Leute waren fast alle auf dem Felde oder im Walde beschäftigt.
Die Zurückgebliebenen konnten nur sehr wenige ihrer Habseligkeiten, nicht einmal das Vieh, retten.
Die Gebäulichkeiten waren nur zur Hälfte, Mobiliar gar keines versichert.
Dazu ging die ganze Heu- und Roggenernte, auch Hafer und Waldstreu, soweit sie eingescheuert waren, zu Grunde.
Ist dieses Jahr für unsere Gemeinde durch die äußerst geringe Ernte schon an sich ein Jahr des Notstandes, so trifft dieser neue Schlag doppelt hart und man wird auch fremder Beihilfe kaum entbehren können.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt, 17.1.1920

Montjoie, 15. Januar.
Herr Pfarrer und Definitor Meising in Schmidt ist zum Pfarrverwalter in Höngen, Dekanat Heinsberg, ernannt worden.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg
(Anm. fjb: Definitor = Gehilfe des Dekans/Dechanten)

Montjoier Volksblatt, 21.2.1920

Schmidt, 16. Februar
Die Pfarrgemeinde Schmidt entbot heute ihrem scheidenden Pfarrer herzliche Abschiedsgrüße. Obwohl Herr Pfarrer Meising in seiner Bescheidenheit sich jede Abschiedsfeier verbeten hatte, hätte die Schule und mit ihr die Zivilgemeinde es für höchst undankbar erachtet, ihn, der 15 ½ Jahre in selbstloser, aufopfernder Liebe und Schaffensfreude die ihm anvertrauten Gläubigen betreut, ohne ein Wort des Dankes von hinnen scheiden zu lassen. Und so war denn der geräumige Saal an der Pastorat bis auf den letzten Platz gefüllt. Die erhabene Feier wurde eingeleitet durch das schwierige „Schwinge himmelwärts, du mein Gemüte“, das der gemischte Jungfrauen- und Kirchenchor vortrug, worauf zwei sinnige Abschiedsgedichte folgten. Hierauf richtete Herr Bürgermeister Rombach im Namen der Zivilgemeinde an den scheidenden Seelenhirten herzliche Dankesworte für alle Guttaten, die er der Kirchen- und Zivilgemeinde, besonders den Armen, erwiesen hat, und überreichte ihm, dem Vater der Armen, als Ergebnis einer Sammlung eine stattliche Summe zur Verwendung für die Armen. ... Herr Hauptlehrer Kurth zeichnete dann in wenigen Strichen die Sorgfalt und Liebe, die der gute Hirte der ihm ans Herz gewachsenen Jugend hat zuteil werden lassen, dankte dem Kinderfreund im Namen der Eltern und Lehrpersonen und legte ihm als Abschiedsgeschenk das Versprechen der Kinder zu Füßen, des Scheidenden Ermahnungen und Belehrungen zu beherzigen und in die Tat umzusetzen. ...

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 17.8.1934

Schmidt, 12. August.
Das Wasserleitungsprojekt Schmidt-Vossenack.
Die Bürgermeisterei Schmidt, bestehend aus den Gemeinden Schmidt und Vossenack, besitzt ein gemeinsames Wasserwerk. Im Jahre 1905 wurde die Anlage erbaut.
Zwischen Simonskall und Mestrenger Mühle wurde im Kalltal eine Pumpstation erbaut, die die erfassten Wassermengen nach zwei gegenüberliegenden Höhepunkten drücken musste.
Gewaltige Höhen mußten überwunden und zur ordentlichen Versorgung beider Gemeinde große Wassermengen erschlossen werden.
Im Laufe der Zeit erwies sich dieses Projekt als ein denkbar unglückliches und gilt heute noch als Schmerzenskind der Gemeinden.
Die Reparaturen machten sich von Jahr zu Jahr erschreckend bemerkbar und forderten – abgesehen von dauerndem Wassermangel – große Summen Geld.
Im Jahre 1923 wurde im Kalltale ein neuer Betriebskanal erbaut.
Außer den unvorhergesehenen Defekten nahm man dauernd Teilerneuerungen und Verbesserungen vor.
Im vorigen Jahr wurde eine völlig neue Wasserleitung projektiert.
Bei Jägerhaus fand man nach vorgenommenen Bohrungen und Schürfungen ergiebige Quellen, die die Wasserversorgung beider Gemeinden sichern dürften.
Die Ergebnisse in der Gemeinde Schmidt gaben keine sicheren Resultate.
Eine Verhandlung folgt der anderen. Meinungsverschiedenheiten, Finanzierung und Ausführungsmethoden ließen ein endgültiges Resultat nicht zu.
Nun will man mit aller Energie eine völlige Neuanlage ermöglichen.
Eine in Vossenack stattgefundene Volksversammlung bewies, daß hier unbedingt etwas geschehen muß, um einem dringenden Erfordernis Rechnung zu tragen.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg
(Anm. fjb: Jägerhaus liegt zwischen Raffelsbrand und Lammersdorf. S. hierzu auch: Hellwig, Robert: Das alte Wasserwerk der Bürgermeisterei Schmidt-Vossenack; in: „Das Monschauer Land Jahrbuch 1995“, S. 71ff.)

Montjoier Volksblatt 7.9.1934

Schmidt, 31. August
Die Obstbaumzählung in den letzten Wochen hatte im Amtsbezirk Schmidt folgende Ergebnisse:

Obstbaumbesitzer 228
Apfelbäume in Plantagen 374
in Kleingärten 2293
Spalierbäume 1
Birnbäume 586
Süßkirchbäume 519
Sauerkirschbäume 208
Pflaumen- und Zwetschgenbäume 1286
Mirabellen- und Reineclaudenbäume 11
Walnußbäume 91

(Anm. fjb: eine zweite Zahlenkolonne ist Vossenack gewidmet)

Der Prozentsatz der abgängigen Obstbäume, d.h. derjenigen, die abgestorben sind, ist nach der Feststellung besonders in der Gemeinde Schmidt ziemlich hoch.
Es liegt als im Interesse der Obstbesitzer, richtige Obstbaumpflege zu betreiben.
An Stelle dieser abgängigen Ostbäume müssen unbedingt junge Obstbäume angepflanzt werden.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 14.9.1934

Außerkraftsetzung der Dreimarkstücke.
Bekanntlich werden mit Ablauf des September die Drei-Mark-Stücke aus dem Verkehr gezogen.
Die bis dahin noch nicht an das Reich zurückgeflossenen Geldstücke werden bis Ende Dezember bei den öffentlichen Kassen eingelöst.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 8.2.1935

Schmidt, 4. Februar
Heute begeht Frau Wwe. Bernhard Aug. Naas aus Eschauel ihren 80. Geburtstag.
Sie ist körperlich und geistig noch sehr rüstig.
Die alte Frau, die sich großer Beliebtheit erfreut, wird nach Fertigstellung der neuen Talsperre bei Schwammenauel ihre Heimat verlassen müssen und sich mit ihrem Sohne in Vlatten, wo er ein neues Gut angekauft hat, ansiedeln.
Zum Geburtstag unseren besten Glückwunsch.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

WB Mon, 18.3.1935

Die Böschung hinabgestürzt.
Schmidt.
Auf der Straße nach Nideggen stürzte in den Serpentinen kurz vor Brück ein Personenwagen infolge Steuerbruchs eine 3 Meter tiefe Böschung hinunter, wobei glücklicherweise den Insassen keine Verletzung zustieß. Der Wagen wurde allerdings erheblich beschädigt.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

WB Mon, 20.4.1935

Beratung des Haushaltsplanes.
Schmidt.
Anfang dieser Woche fand auf dem hiesigen Amtszimmer eine Gemeinderatssitzung statt, in der der Haushaltsplan 1935 durchberaten und nach einigen Einschränkungen gutgeheißen wurde. Der Etat schließt in Ein- und Ausgaben mit 67.200 RM ab. Bemerkenswert ist, daß die Ausgaben gegenüber dem Vorjahre um 25.000 RM gesenkt werden konnten. Zum Schlusse der Sitzung fand noch eine Grundstückstauschangelegenheit aus dem Jahre 1922 ihre endgültige Regelung.

Versammlung der Grünlandgenossenschaft.
Schmidt.
In der Gastwirtschaft Roeb fand am Sonntag eine Versammlung der hiesigen Grünlandgenossenschaft statt, die der Vorsitzende Christ. Hutmacher leitete. Eingangs wurde die Einsaat besprochen. Diese wird zum Teil mit Hafer angesät, dazwischen Gras und Klee. Der Aufwuchs wird dann Anfang Sommer als Grünfutter geschnitten. Ferner wurde die Anschaffung einer Knollensämaschine beschlossen. Der zweite Abschnitt der Grünlandfläche wird mit Kartoffeln angebaut.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 26.4.1935

Schmidt, 23. April.
Hier wurden verschiedene Landwirte, die den Karfreitag als Feiertag nicht achteten und wie an gewöhnlichen Wochentagen ihre Felder bestellten zur Anzeige gebracht.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

WB Mon, 15.5.1935

Wanderung des Eifelvereins.
Schmidt.
In der Gastwirtschaft von Konrad Roeb hatten sich Sonntag mittag die Mitglieder des hiesigen Eifelvereins mit ihren Freunden und Freundinnen zur ersten Frühlingswanderung eingefunden. Die Wanderschar nahm zunächst unter der Führung des Vorsitzenden Inderdohnen den Weg über Forsthaus Gerstenhof, westlich von Schmidt, alsdann durch die prächtigen Mischwaldungen des Buhlert, weiter durch das liebliche Klafterbachtal hinunter mit seinen mannigfaltigen Naturschönheiten bis zum Kallbachtale. Als Wanderziel hatte man die im Bau befindliche Kallbachtalsperre gewählt, wo man gegen 16 Uhr wohl anlangte. Nach eingehender Besichtigung dieser Baustelle wurde die Wanderung durch eine kurze Kaffeepause unterbrochen. Unter Gesang von frohen Heimat- und Wanderliedern bewegte sich die Wandergesellschaft talabwärts nach dem idyllischen Eifelfleckchen Simonskall mit seinen gewaltigen Frankenbauten aus dem 17. Jahrhundert. Nachdem diese Gebäude, die Hauskapelle und die neue Bergkapelle besichtigt worden waren, kehrten die Wanderer zu einer kurzen Rast im Hause des Gladbacher Eifelvereins ein. Gegen Abend trafen die Eifelfreunde wieder im Heimatorte ein, wo sie in geselliger Unterhaltung noch einige Stunden im Vereinslokale verblieben. Noch einige Angelegenheiten über das Eifelvereinswesen wurden besprochen sowie eine neue Wanderung für die nächsten Sonntage (auch wieder in die engere Umgebung) festgesetzt. Alles in allem waren es genußreiche Stunden. Den Teilnehmern wird die Wanderung noch recht lange in froher Erinnerung bleiben.

Instandsetzung eines Eifeler Baudenkmals.
Beschirmt von einem prachtvollen Lindenbaum, steht in unserem Eifeldorfe in der Heimbacher Straße ein schlichtes Heiligenhäuschen, das im Jahre 1800 erbaut wurde. Durch den Straßenneubau und die damit verbundene Brückenbefestigung in unserem Orte im vergangenen Jahre wurde dieses Baudenkmal sehr in Mitleidenschaft gezogen. Nunmehr haben sich die nächsten Anwohner zusammengeschlossen und durch Spenden die Renovierung und Instandsetzung des Häuschens in finanzieller Hinsicht gesichert. Die Arbeiten wurden ebenfalls unentgeltlich ausgeführt. Diese Maßnahme der Ortseinwohner ist begrüßenswert und sei ein gutes Vorbild für noch weitere, unbedingt erforderliche Instandsetzungen Eifeler Denkmäler.

Stierkörung in Schmidt.
Freitag nachmittag fand auch in unserer Gemeinde die übliche Körung statt, wobei die drei Zuchtbullen der Gemeinde angekört wurden. Außerdem waren keine Tiere zur Körung geladen, da sonst keine zur Körung bestimmten Tiere mehr in unserer Gemeinde aufzuweisen sind.

(Anm. fjb: Eine Körung dient zur Auswahl von für die Zucht bestimmter Rassen geeigneten Haustieren verschiedener Arten (Rinder, Pferde, Schweine, Ziegen etc.). Den Vorgang regeln Gesetze und Vorschriften von Zuchtverbänden. Voraussetzung zur Teilnahme an einer Körung ist, dass die Vorfahren über mehrere Generationen bekannt sind und keine gesundheitlichen Probleme vorliegen, die die Tauglichkeit als Zuchttier einschränken.)

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

WB Mon, 18.5.1935

Noch gut abgelaufen.
Schmidt.
Ein auswärtiger Reisender hatte, während er sich auf einem Geschäftsgang befand, seinen Kraftwagen in der abschüssigen Heimbacher Straße stehen, als der Wagen plötzlich rückwärts lief. Der Wagen überquerte den Straßengraben und fuhr aus dieser Kurve gegen einen Drahtzaun, der durchbrochen wurde. Im Garten hielt der Wagen glücklicherweise an einer eben gelegenen Stelle.

Motorradunfall.
Schmidt.
Bei Gerstenhof auf der Strecke Schmidt-Strauch ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Ein Motorradfahrer fuhr an einem parkenden Personenwagen vorbei, als in demselben Augenblick ein Wagen aus der entgegengesetzten Richtung die Straße passierte. Der Motorradfahrer mußte zwischen den beiden Wagen hindurch, wobei er einen Wagen mit dem Fuß streifte und zu Boden stürzte. Dabei trug er ernstliche Verletzungen davon.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

WB Mon, 24.5.1935

Der erste Nachtigallenschlag.
Schmidt.
Nachdem nunmehr ein wirkliches Maiwetter eingetreten ist, hat auch unsere liebe Sängerin Nachtigall ihren Einzug in den Eifelwald gehalten. Gestern konnte man im nahen Rurtale den ersten Schlag der Nachtigall vernehmen. Wie wunderbar ist der Vogelsang in den ersten Morgenstunden, wenn Frau Nachtigall die übrigen Sänger mitbegleitet. Von Jahr zu Jahr geht die Zahl dieser Vogelart in unserem Eifelwald zurück, was auch bei den übrigen Vogelarten zu beobachten ist. In der Hauptsache ist dies zurückzuführen auf die immer weniger werdende Nistgelegenheit durch die Kultivierung der Wälder. Sorgen wir Eifelbewohner dafür, daß weder Waldflächen, noch Hecken, noch Gebüsche unnütz ausgerottet werden.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 21.6.1935

Schmidt, 15. Juni.
Gründung einer Bezugs- und Absatzgenossenschaft in Schmidt.
Vergangenen Freitag abend hatte der Landwirt Johann Schleicher von hier als bisheriger Vorsitzender der Bezugsgenossenschaft die Landwirte zur Gründung einer Bezugs- und Absatzgenossenschaft GmbH eingeladen.
Nach einer längeren Aussprache hielt man es im Hinblick auf die geologische Lage für am besten, eine örtliche Genossenschaft zu gründen und den Bezug wie bisher vom Bahnhof Nideggen aus zu tätigen.
Zum Vorsitzenden wurde der Landwirt Christ. Hutmacher gewählt, zum Schriftführer Gast- und Landwirt Konrad Roeb, zum Kassenwart Hubert Poschen.
Ferner wurde ein Aufsichtsrat, bestehend aus drei Mitgliedern, gewählt.
Anmeldungen zu der Genossenschaft nehmen die Vorstandsmitglieder entgegen.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

WB Mon, 26.6.1935

Sonnwendfeier.
Schmidt.
Die NSDAP hatte sich Sonntag abend mit ihren Gliederungen an der Mädchenschule versammelt, von wo sich unter den schneidigen Klängen der Musikvereinigung ein stattlicher Zug zum östlichen Ausgang des Dorfes bewegte. Hier hatte die NS-Jugend einen großen Holzhaufen aufgeschichtet, der bald in helle Flammen aufging. Sprechchöre der HJ, der Jungvolkgruppe und des BDM wechselten mit Musikstücken ab. Hauptlehrer Pg. (Anm. fjb: Otto) Lob hielt sodann eine markante Ansprache über die Bedeutung des Tages. Die Sonnwendfeier sei das älteste Volksfest unserer Urväter gewesen. Das Sonnwendfeuer solle alle Zwietracht und allen Haß im Volke verbrennen. Ganz besonders wolle der Nationalsozialismus die deutsche Jugend einen, weil sie unsere Zukunft sei. Auch der Gemeindeschulze sprach über den Sinn der Feier und gab hierauf noch bekannt, daß in diesem Jahre die Hauptkirmes am Feste Peter und Paul beginne und am Montag ende. Die Aenderung sei im Interesse der Arbeiterschaft erfolgt.

(Anm. fjb: Gemeindeschulze = Dorfvorsteher; mit dem heutigen Ortsvorsteher vergleichbar; Träger der Gemeindeselbstverwaltung, Gemeindeleiter, hat die Aufgabe, den dörflichen Gemeinsinn zu pflegen)

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

WB Mon, 29.6.1935

Generalversammlung der Schützen.
Schmidt.
Im Hotel Schützenhof hielt am Sonntagnachmittag die hiesige St. Hubertus=Schützengesellschaft ihre Generalversammlung ab, die gut besucht war. Nachdem der 1. Führer, Herr Josef Wirtz, die Versammlung mit herzlichem Willkommgruß eröffnet hatte, folgten mehrere Exerzierübungen. Sodann wurden die Gelder für das Königsvogelschießen an den kommenden Kirmestagen erhoben. Man besprach weiter die Festlichkeiten an den drei Kirmestagen Ende Juni. Die Schützengesellschaft wird bei dieser Gelegenheit im Vereinssaale Tanzvergnügen veranstalten. Ferner wurde Stellung zum Anschluß an den deutschen Schießsportverband genommen. Sommerfest. Schmidt. Die vor kurzem gegründete Musikvereinigung Schmidt beschloß in ihrer letzten Versammlung, am Pfingstmontag im Saale Falter ihr Sommerfest zu veranstalten, welches mit einem Tanzvergnügen einen würdigen Abschluß finden wird.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

WB Mon, 5.7.1935

Die Heuernte hat begonnen.
Schmidt.
Dieser Tage hat man in der hiesigen Gegend mit der Heuernte begonnen. In den frühen Morgenstunden ziehen die Burschen und Männer mit frisch geschärften Sensen hinaus auf die Wiesen und bald herrscht ein reges Treiben auf den Fluren. Durch die Regenperiode in den letzten Wochen konnte sich der Aufwuchs noch ziemlich entwickeln, so daß stellenweise ein zufriedenstellender Ertrag geerntet werden konnte. Der Landmann hofft während der Heuerntezeit auf gutes Wetter, damit er seine Ernte trocken in die Scheune bringen kann.

Unglücksfälle in Schmidt.
Oberhalb der Kirche am Kommerscheidter Wege verunglückte eine auswärtige Radlerin, die sich von Herbesthal bei Eupen auf einer Tour nach Bonn befand. Vorschriftsmäßig hatte das Fräulein Glockenzeichen gegeben. Ein Radfahrer, der etwa 10 Meter vor ihr fuhr, bog plötzlich, ohne ein Zeichen zu geben, nach links in den Kommerscheidter Weg ein. Dadurch fuhr das Mädchen den Mann mit ihrem Fahrzeug an. Die Radlerin erlitt bei dem Zusammenstoß ernstliche Hautabschürfungen und Gesichtsverletzungen. Ein hiesiger Sanitäter leistete der Verunglückten die erste Hilfe. - Eine junge Frau von hier, die das Radfahren erlernen wollte und und sich noch nicht so richtig auf die Bremsvorrichtung verstand, kam wegen zu schnellen Fahrens in einer Kurve zu Fall und trug erhebliche Verletzungen davon.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Zeitung 17.8.1935

Die Schmidter Schuljugend am Rhein
Schmidt, 17. August.
Die ältesten Jahrgänge unserer Schuljugend versammelten sich in den frühen Morgenstunden mit dem Lehrerpersonal und fuhren in vier großen Omnibussen über Nideggen, Zülpich, Euskirchen dem Rhein zu.
In Mehlem wurde übergesetzt und man stieg hinauf zum Drachenfels, von wo man einen wundervollen Ausblick über das herrliche Land genoß.
Nach Besichtigungen zahlreicher Sehenswürdigkeiten wurde am Nachmittag die Heimfahrt angetreten.

Tonfilm in Schmidt
Schmidt, 17. August.
Am vergangenen Mittwochen wurden in Schmidt zwei zwei Tonfilmvorstellungen gegeben, die großen Anklang fanden.
Am Nachmittag erlebten die Schulkinder nach einem kleinen Imbiß einen Kulturfilm vom Quellengebiet des Rheins bis zum Bodensee, einen Hitlerjugendfilm und ein Lustspiel.
Das Abendprogramm für die Erwachsenen brachte zwei Unterhaltungsfilme

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Zeitung, 26.8.1935

Aus der Bezugs- und Absatzgenossenschaft Schmidt
Schmidt, 26. August.
Im Saale Roeb fanden sich etwa 40 Landwirte unserer Gemeinde zu einer wichtigen Versammlung der örtlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft zusammen, die der Vorsitzende Christian Hutmacher leitete.
Es wurde beschlossen, das Saatgut für die Herbst- und Frühjahrsfeldbestellung anzuschaffen.
Weiter wurde der Bezug von Düngemitteln besprochen, der Kunstdünger wird bei dieser gemeinsamen Beschaffung von zuständigen Stellen auf die Qualität geprüft werden."

16 Ferienkinder in Schmidt
Schmidt, 26. August.
Donnerstagnachmittag konnten in unserem Orte wieder 16 Ferienkinder durch die NSV untergebracht werden.
Die Kinder sind aus der Krefelder Gegend und werden nach der Ferienzeit wohl gestärkt in ihre Heimat zurückkehren.
Es ist zu wünschen, daß noch weitere Volksgenossen Ferienstellen für diesen Herbst melden."

Weidmannsglück
Schmidt, 26. August.
Aus den hiesigen Jagdbezirken können erfreulicherweise gute Jagdergebnisse berichtet werden.
Während es dem Jagdhüter Josef Dreßen gelang, innerhalb 14 Tagen drei Wildschweine zu erlegen, konnte Kreisjägermeister Müller ebenfalls im Walde bei Schmidt in achttägiger Frist zwei Wildschweine zur Strecke bringen, darunter einen kapitalen Keiler.
Der Jagdaufseher Peter Dick konnte im hiesigen Jagdbezirk ein Stück Rotwild erlegen.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Zeitung, 31.8.1935

Ausflug ins Kalltal
Schmidt, 28. August.
Am Sonntag unternahm der hiesige Kirchenchor „Cäcilia" einen Ausflug in die nähere Umgebung.
Um 2 Uhr ging es unter Gesang froher Wander- und Heimatlieder durch den Buhlerter Wald ins Kalltal zu dem idyllischen Fleckchen Simonskall.
Hier verbrachte die Sängerschar frohe Stunden in bester Stimmung.
Dann ging es wieder bergan dem Heimatorte zu, wo man bei Anbruch der Dunkelheit ankam."

Quelle: Franz-Josef Brandenburg / WB DN

WB Mon, 3.9.1935

Im Kreis Monschau wird der Film „Der alte und der junge König“ gezeigt. Für Schmidt heißt es im „WB MON“ unter dem 3. September 1935: „Filmvorstellung. Schmidt. Am Donnerstagabend wird auch in Schmidt der große Film „Der alte und der junge König“ vorgeführt. Der Besuch dieser Veranstaltung wird sich lohnen.“

(Anm. fjb: „Der alte und der junge König“ wurde in den Jahren 1934/35 gedreht und zeigt Emil Jannings in der Rolle König Friedrich Wilhelms I. Im Mittelpunkt des Historiendramas steht der Konflikt zwischen dem jungen Kronprinz Friedrich – dem späteren Friedrich II. (der Große) – und seinem strengen Vater, Friedrich Wilhelm I. Der „Soldatenkönig“ will den musischen Sohn disziplinieren, der sich gegen das Regiment des Vaters auflehnt.)

Sturmschäden in der Eifel.
Schmidt.
An den vergangenen Tagen tobte über den Eifelhöhen ein starker Herbststurm, der von Regenschauern begleitet war und erhebliche Schäden anrichtete. In den Höhengebieten wurden die Hausdächer arg mitgenommen, ebenso die Licht- und Telephonleitungen erheblich beschädigt. In den Obstbeständen wehte der Sturm die unreifen Obstfrüchte hinunter.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 6.9.1935

Schmidt, 2 September
Große Wasserknappheit.
Durch die anhaltende Trockenheit ist hier ein sehr empfindlicher Wassermangel eingetreten.
Nur noch wenige Brunnen am Ort geben brauchbares Wasser, sodaß die Wasserleitung derart in Anspruch genommen wird, daß sie ab und zu sogar ganz versagt.
Die Einwohner von Schmidt sind somit gezwungen, das Wasser mit Fuhrwerken in den anliegenden Tälern zu holen.
Vielleicht wird die Hoffnung auf Regen bald zur Wirklichkeit.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

WB Mon, 27.9.1935

Luftschutzkundgebung.
Schmidt.
In Schmidt ist heute abend eine Luftschutzkundgebung. Verschiedene Filme zeigen die Bedeutung, Notwendigkeit und technische Durchführung des Luftschutzes. Der stellvertretende Schulungsleiter für den Kreis Monschau, Studienassessor Wilbert, spricht über das Gesetz zur Luftschutzdienstpflicht, dessen Ausführungsbestimmungen demnächst erscheinen werden. Wie in Simmerath und in Lammersdorf werden auch in Schmidt Versuche mit Brandsätzen und imprägnierten Stoffen vorgeführt. Die ganze Bevölkerung ist zu dieser Kundgebung eingeladen.

Weidmannsglück.
Schmidt
Dieser Tage konnte der Jagdaufseher Josef Dreßen von hier, der kürzlich in vierzehn Tagen drei Wildschweine erlegte, ein viertes im Gemeindewalde von Schmidt zur Strecke bringen.

Zusammenstoß.
Schmidt.
Am Ausgange des Dorfes nach Strauch zu ereignete sich ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Radfahrer. Die Fahrer stürzten und erlitten erhebliche Verletzungen.

Amtswalterappell.
Auf dem Parteibüro fanden sich die Amtswalter der NSDAP unter der Leitung des k. (Anm. fjb: wohl „kommissarischen) Ortsgruppenleiters (Anm. fjb: Otto) Lob zu einem wichtigen Appell zusammen. Zunächst gedachte man des auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Kameraden Pg. Hermann Stollenwerk. Alsdann wurden geschäftliche Sachen erledigt, so insbesondere Beitragsregelung und Verteilung von Organisationsschriften. Sonntag abend um 7,30 Uhr ist Pflichtversammlung im Saale Falter.

(Anm. fjb: Ein Amtswalter ist jemand, der eine bestimmtes Amt innehat. Später wurden die Amtswalter zu „Waltern“ bzw. „Warten“ herab gestuft.)

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

WB Mon, 28.9.1935

Dem toten Kameraden einen letzten Gruß.
Schmidt.
Gestern morgen wurde in der DAF, Ortsgruppe Schmidt, der Zellenwalter Stollenwerk von der Deutschen Arbeitsfront unter großer Anteilnahme der gesamten Bevölkerung zu Grabe getragen. Stollenwerk war gleichzeitig Parteigenosse und als ehrlicher Nationalsozialist in der gesamten Ortsgruppe Schmidt geachtet und geehrt, was die herzliche Anteilnahme der Bevölkerung bewies. Unter Vorantritt einer Kapelle schlossen sich die politische Leitung der NSDAP und der Deutschen Arbeitsfront, die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront, der Schützenverein, der Turnverein sowie die übrige Bevölkerung an und bezeugten, daß Kamerad Stollenwerk wohl tot ist, aber sein Geist in der Ortsgruppe Schmidt weiterlebt. Tragisch war das Lebensende dieses unvergeßlichen Kameraden, der anläßlich einer Autofahrt verunglückte und nach einer Operation aus diesem Leben schied. Die NSDAP sowie die Deutsche Arbeitsfront verlieren in Pg. Stollenwerk einen ihrer Besten. Nicht Beileid sprechen wir der so schwer geprüften Familie Stollenwerk aus, sondern unsere herzliche Anteilnahme an dem Geschick, das sie ereilt hat.
Kamerad Stollenwerk, du gingst von uns, damit Deutschland lebe. Deutschland wird leben müssen, auch wenn wir alle dereinst sterben. Wir werden unserem Kameraden in steter Treue ein treues Andenken bewahren. Im Geiste lebt er weiter unter uns als Vorbild aufopfernder Pflichterfüllung. Am offenen Grabe senkten sich die Fahnen der nationalsozialistischen Revolution. Zum letzten Male spielte man dem toten Kameraden sein Lieblingslied vom guten Kameraden. Nach einer Ansprache des Ortsgruppenamtsleiters der NSDAP sprach der Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront einige Abschiedsworte.

(Anm. fjb: Auch heute noch sind in Schmidt Beerdigungen in der Regel „groß“, was aber wohl weniger an den o.a. Gründen liegt als an den großen Verwandtschaften. Allerdings ist noch stets manche Beerdigung „größer“ als die andere, was dann aber wiederum auf Ehre und Ansehen sowie öffentliche Tätigkeit zurückzuführen ist.
Über den Hergang berichtete das Blatt bereist am 24. September, damals jedoch rein sachlich und ohne den schwülstigen und pathetischen Parteistil: „Ein Lieferwagen stürzt Böschung hinunter"
Schmidt, 24. Sept. Ein Lieferwagen des Fuhrunternehmers Breuer aus Schmidt wollte gestern mit Vieh beladen nach Nideggen fahren. Unterhalb Harscheidt jedoch verlor der Lenker die Gewalt über das Steuer, der Wagen schoß dann von der rechten Straßenseite auf die linke und dann eine drei Meter tiefe Böschung hinunter gegen einen Baum. Durch die Wucht wurden die beiden Insassen herausgeschleudert. Einer davon, der Beifahrer, wurde so schwer verletzt, daß er nach sofortiger Ueberführung in das Lendersdorfer Krankenhaus durch die gleich vorgenommene Operation nicht mehr gerettet werden konnte. Der tödlich Verunglückte steht im Alter von 26 Jahren, heißt Hermann Stollenwerk und wohnt in Schmidt. Der Lenker des Unglückswagens kam mit leichten Fleischwunden davon.)


Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 20.3.1936

Ämterneugliederung im Landkreise Monschau.
Durch den Regierungspräsidenten in Aachen ist zum 1.4.1936 im Kreise Monschau eine Ämterzusammenlegung angeordnet worden.
Die 10 bisherigen Ämter und früheren sogenannten Einzelgemeindeämter werden zu 5 neuen Ämtern zusammengeschlossen. Im einzelnen ergibt sich folgendes: ...
Schließlich wird das leistungsschwache Amt Schmidt aufgelöst.
Aus der Gemeinde Vossenack dieses Amtes und den Gemeinden Simmerath und Lammersdorf ist ein neues Amt „Simmerath“ gebildet worden, das 3.914 Einwohner hat.
Aus der Gemeinde Schmidt, den Gemeinden Kesternich, Steckenborn und Strauch des Amtes Kesternich und der bisher amtsfreien Gemeinde Rurberg ist ein neues Amt „Kesternich“ gebildet worden.
Das neue Amt hat 4.910 Einwohner. ...
Aus dem Vorhergehenden ergibt sich, daß – mit Ausnahme der Auflösung des Amtes Schmidt – für die Bevölkerung keine so weitgehenden Änderungen eintreten werden, wie bei der Ämterneugliederung in anderen Kreisen.
Denn mit Ausnahme der anderweiten kommunalen Zuteilung der Gemeinden Schmidt und Vossenack handelt es sich lediglich darum, daß bereits seit Jahrzehnten in Personalunion verwaltete Gebiet nunmehr auch einheitlichen Ämtern und festen Blocks zusammengeschlossen werden. ...

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Zeitung, 23.6.1936

Schmidt Sonnenwende!
Jugend grüßt Jugend, Feuer grüßt Feuer, Blut grüßt Blut.
So begrüßte Pg. Lentzen die am Sonnwendfeuer versammelten Volksgenossen.
Wir grüßen vor allem unsere Vorfahren, die diesen Tag ebenfalls festlich begehen.
Lodernde Flammen bezeugten ihre Zugehörigkeit zum Deutschtum.
Es kam ein Zeitalter, in dem´vergessen wurde, daß der Deutsche zusammengehört, daß der Deutsche nur stark
sein kann, wenn er fest zusammenhält.
Ein Führer kämpfte sich unter unsäglichen Mühen zur Leitung des Deutschtums durch, der die deutsche Kraft wiederum
zusammenfasste, eine Volksgemeinschaft, blutverbunden, schuf, der dem Deutschen
wiederum in aller Welt Achtung verschaffte.
Am Sonnwendtage lodern wieder überall in Deutschland die Dankfeuer auf, gerade an dem Tage, um zu bezeugen,
daß die Nacht keine Gewalt mehr über das Licht hat und Deutschland groß
geworden ist.
Die Ausführungen des Pg. Lentzen ernteten reichen Beifall.
Liedvorträge und Tänze verschönerten die Veranstaltung.
Die ganze Bevölkerung nahm an der Feier teil, jung und alt ging im Fackelzug mit.
Das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied sowie ein Gruß und Dank an den Führer beendeten die überaus gut organisierte
und gelungene Sonnwendfeier.

(Quelle: WB DN; über dem Artikel stehen die Überschriften „Sonnwendfeuer leuchteten über dem Dürener Land – Das Deutsche
Jugendfest und sein Höhepunkt in den Ortsgruppen des Kreises")

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 11.9.1936

Schmidt.
Den Eheleuten Josef Hoven in Froitscheidt bei Schmidt wurde das zwölfte Kind geboren.
Alle Kinder sind gesund, einige gehen bereits einer lohnbringenden Beschäftigung nach.
Die finanzielle Lage der Familie ist nicht besonders günstig, und kommt ihr die durch den bekannten Erlaß des Führers festgesetzte Kinderbeihilfe sehr zu statten.
Dem Elternpaar recht herzlichen Glückwunsch.

(Anm. fjb: Kinderbeihilfe = ab 1936 10 RM/Monat. Beim 10. Kind übernahm Hitler die Patenschaft. „Der absurde Kult um Hitler äußerte sich auch in Anfragen, ob er Pate von Neugeborenen werden könnte. Werner M. aus Oranienburg schrieb zum 9. November 1933 (Jahrestag des niedergeschlagenen „Hitlerputsches“ 1923): „Während der gestrige Tag ein Tag der Trauer, aber auch ein Tag der geistigen Erbauung war, wurde mir, dem Sturmmann und Kämpfer seit 1927, Wachmann im Konzentrationslager Oranienburg, mein erstes Kind, ein kräftiger Knabe und zukünftiger SA-Mann geboren. Darf ich, mein Führer, bitten, eingedenk des für uns Nationalsozialisten bedeutungsvollen Tages (...), die Patenschaft zu übernehmen? Ihr Kameradschaftsgefühl, mein Führer, ist ja so groß (...)“ Antwort: Der „Führer“ wolle wegen des Andrangs Patenschaften nur noch in Ausnahmefällen übernehmen, ab dem 7. Sohn und dem 9. lebenden Kind.“
Heute übernimmt der Bundespräsident auf Antrag die Ehrenpatenschaft.
Die genauen Bedingungen hierfür finden wir unter „www.bundespraesident.de/Dokumente“: „Ehrenpatenschaften
Der Bundespräsident übernimmt auf Antrag der Eltern die Ehrenpatenschaft für das siebente Kind einer Familie.
Ist der Antrag für das Kind unterblieben, kann er auch für ein später geborenes Kind der Familie gestellt werden.
Die Ehrenpatenschaft wird in einer Familie nur einmal übernommen.
Zum Zeitpunkt der Antragstellung müssen einschließlich des Patenkindes mindestens sieben lebende Kinder zur Familie zählen, die von denselben Eltern, derselben Mutter oder demselben Vater abstammen.
Adoptivkinder sind den leiblichen Kindern gleichgestellt. Das Patenkind muss Deutsche(r) im Sinne des Art. 116 Abs. 1 GG sein. Die Ehrenpatenschaft hat in erster Linie symbolischen Charakter.
Sie ist mit der Taufpatenschaft nicht zu vergleichen.
Der Bundespräsident bringt mit der Übernahme der Ehrenpatenschaft die besondere fürsorgende Verpflichtung unseres Staates für kinderreiche Familien zum Ausdruck.
Sie stellt die besondere Bedeutung heraus, die Familie und Kinder für unser Gemeinwesen haben.
Außerdem soll auf die Probleme kinderreicher Familien aufmerksam gemacht werden, wie zum Beispiel angemessene Wohnraumversorgung, und die Städte und Gemeinden sollen zur Unterstützung und Hilfeleistung veranlasst werden.
Damit soll die Übernahme der Ehrenpatenschaft mit dazu beitragen, das Sozialprestige kinderreicher Familien zu stärken.
Die Anträge auf Übernahme der Ehrenpatenschaft sind dem Bundespräsidialamt über die örtlich zuständige Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung zuzuleiten.
Der Bundespräsident stellt nach Prüfung der Voraussetzungen eine Urkunde über die Annahme der Ehrenpatenschaft aus und lässt diese mit einem Patengeschenk (zzt. 500 Euro) den Eltern von einem Repräsentanten der Stadt oder Gemeinde aushändigen.
Insgesamt wurden seit 1949 etwa 72.000 Ehrenpatenschaften übernommen.“)

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 2.10.1936

Monschau, 30. September
Schulnachrichten. ... Herr Lehrer Matthias Hamacher in Roetgen wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1936 auf Grund des Gesetzes über die Pensionierung der Lehrpersonen an öffentlichen Volksschulen in den Ruhestand versetzt.
Die Neubesetzung erfolgt durch den Schulamtsbewerber Hermann Flatten, der bisher in Pesch, Kreis Schleiden, tätig war.

(Anm. fjb: Pesch liegt zwischen Nettersheim und Bad Münstereifel.)

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 6.11.1936

Schmidt, 2. November
Rurtalbewohner verlassen die Heimat. Schon manches Jahrzehnt ist hinübergegangen in das große Meer der Vergangenheit, seitdem dort unten im idyllischen Rurtale zwischen Heimbach und Ruhrberg so manches Bauerngehöftchen auf mattgrünem Ufer der leisplätschernden Rur, terrassenförmig aufgebaut, seine Stunden dahinträumt. ... Wer nun in den letzten Jahren über die bewaldeten Bergkuppen des weitausgestreckten Kermeters dahinzog, wurde durch lautes Geklapper der Maschinen, das Surren der Kompressoren und das Pfeifen der fauchenden Feldbahnen drunten im Rurtale bei Schwammenauel aufmerksam gemacht, wo der Erddamm immer mehr seiner Vollendung entgegengeht. ...
Nur noch wenige Monate und die massivgrossen Schleusen vor dem Stolleneingang auf der Brementhaler Seite werden sich senken, um die Rur zu einem Eifelsee zu stauen. Deshalb haben die Bewohner der Gehöfte Brementhal, Eschauel, Morsauel, Weidenauel und einzelner Häuser von Woffelsbach und Ruhrberg dieser Tage schon mit den Vorarbeiten zum Wegzug begonnen. Wenn auch diese Rurbewohner, die vor dem Rurtalsperrenbau Haus und Hof verlassen müssen, ungern von ihrer bisherigen Heimat Abschied nehmen, so erwächst doch auf der anderen Seite dem Volksganzen ein großer Nutzen durch das Riesenprojekt, zumal dem Eifeler Fremdenverkehr, da die Talsperre ebenso wie die übrigen Eifelseen und die Burg Vogelsang ein großer Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr bedeutet. ...
Interessant ist zu wissen, daß wohl der Eschauelerhof, der zu der Gemeinde Schmidt gehörte, der älteste Hof im oberen Rurtale von Heimbach bis Ruhrberg gewesen sein dürfte, er stammte aus dem Jahre 1508. Der Name des ersten Bewohners Wilhelm Naas war auch bis dahin in Eschauel erhalten. Ihre religiöse Gesinnung und große Opferbereitschaft taten die Bewohner Eschauels kund durch große Stiftungen und Spenden an die Schmidter Pfarrkirche. Auch die Morsaueler Familie stand mit Schmidt ziemlich in Verbindung durch Kirchen- und Schulbesuch. Doch war der Weg sehr oft unangenehm, da die Morsaueler jenseits der Rur durch eine Fähre die Rur überquerten, was oft im Winter bei Hochflut großen Kampf kostete, gar oft vollkommen ausgeschlossen war.
Wenn nun in den nächsten Wochen die weißgetünchten Fachwerkhäuser dem Abbruch verfallen, im nächsten Jahre vielleicht schon Bötchen mit fröhlichen Fahrgästen über den Wasserspiegel segeln, wird alles Geschehen im Rurtal vergänglich gewesen sein. Doch der Geschichtsforscher wird die wichtigsten Geschehnisse aus den vergangenen Jahrhunderten im Rurtal in den Lettern seiner Sammlungen der Nachwelt erhalten. Wahrer Heimatgedanke wird in einem wach, wenn man auf der Schönen Aussicht bei Schmidt steht und bedenkt, daß in kurzer Zeit drunten im Talkessel, wo die Rur von dem Erddamm durch das Hochwasser der letzten Woche schon heute einen kleinen See bildet, eine Anzahl Waldarbeiter mit dem Abholzen der Berghänge beschäftigt ist, weiße Rauchschwaden von den Kohlemeilern aufgehen, die bunten Viehherden noch weiden, der kleine Hütejunge das braune Fohlen streichelt und frohe Lieder singt, von dem Wasser überflutet wird. - Möge den scheidenden Rurtalbewohnern auf ihrer neuen Bauernscholle ein gesegnetes Wohlgedeihen beschieden sein.

(Anm. fjb: Der Rurstausee ist voll aufgestaut etwa 24 km lang, hat 783 ha Gesamtfläche und weist 203,2 Mio. m³ Stauraum auf. Er ist nach der Bleilochtalsperre (Thüringen) der volumenmäßig zweitgrößte Stausee Deutschlands. Neben der Wasserstandsregulation der Rur wird die Talsperre zur Stromerzeugung genutzt. Der Staudamm, der 1934 erbaut wurde, ist ein Erd- und Steinschüttdamm. Er hat eine innen liegende Dichtung aus Lehm. Im Erstausbau wurde er 1939 in Betrieb genommen.)

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Dürener Zeitung 26.11.1937

Der Ortsälteste 91 Jahre alt
Schmidt, 26. November
Dieser Tage konnte Herr Franz Frings als Ortsältester seinen 91. Geburtstag feiern.
Herr Frings ist der einzige hier wohnende Veteran von 1870/71, er ist geistig und körperlich noch recht rüstig.
Täglich führt er noch leichtere Arbeiten aus.
Als langjähriger Bezieher der Dürener Zeitung verfolgt er noch mit regem Interesse die Tagesereignisse.
Acht Kinder, die alle verheiratet sind, 62 Enkel und 7 Urenkel konnten den Jubilar an seinem 91. Geburtstag beglückwünschen.
Auch unseren besten Glückwunsch.

Ein Hühnerräuber am Werk
Schmidt, 26. November
Ein hiesiger Landwirt fand dieser Tage im Hühnerstall 21 Hühner tot auf.
Allem Anschein nach hatte nachts ein Raubtier gehaust, denn bei sämtlichen Tieren war das Blut ausgesaugt.

Theaterabend
Schmidt, 26. November
Am Sonntag veranstaltete die hiesige Theater-Spielgruppe im Saal Roeb einen Theaterabend.
Nach der Begrüßung des Spielleiters wechselten mehrere Liedervorträge miteinander ab.
Als Hauptstück wurde das Theaterstück „Wenn eine Mutter betet für ihr Kind“ gespielt.
Sämtliche Spieler ihre Rollen mit großem Geschick und boten dem Publikum einen genußreichen Abend.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Dürener Zeitung 24.2.1939

Eine gutbesuchte Versammlung des Eifelvereins fand am Samstagabend im Lokale von Roeb unter Leitung des Bürgermeisters Inderdohnen statt.
Man besprach u.a. die am 1. April in Kelberg (Eifel) stattfindende Hauptvorstandssitzung des Eifelvereins und die Wegebezeichnung und -verbesserung um Schmidt.
Im vergangenen Jahre fanden 8 Versammlungen, 4 Wanderungen und ein Waldfest statt.
Durch Aufnahme neuer Eifelfreunde konnte die Mitgliederzahl erhöht werden.
Von Mitgliedern der Ortsgruppe wird eine Ortschronik zusammengestellt, die allerdings, trotz der in letzter Zeit aufgefundenen Unterlagen, wegen Mangels an Originalakten schwer zu bearbeiten sein dürfte.
In geselliger Unterhaltung blieben die Eifelfreunde noch bis zu vorgerückter Stunde beisammen

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 3.6.1938

Schmidt, 1. Juni.
Kreisfeuerwehrtag in Schmidt.
Hier fand am Sonntag der diesjährige Kreisfeuerwehrtag statt.
Aus diesem Anlaß hatte der ganze Ort reichen Flaggenschmuck angelegt.
Schon am frühen Vormittag versammelten sich im Saale Stollenwerk die Führer des Amtswehren, um in einer Aussprache die verschiedensten Fragen zu erörtern.
Kreiswehrführer Dr. Englaender erstattete hier nach herzlicher Begrüßung der Erschienenen einen kurzen Bericht, in dem er auf die vorgenommene Verjüngung der Wehren hinwies und ...

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Dürener Zeitung 1.3.1939

An der Provinzial-Landesanstalt für Weinbau, Obstbau und Landwirtschaft in Kreuznach bestand Bau???
(genauer Wortlaut derzeit leider nicht lesbar) Bernhard Stollenwerk von hier die Prüfung.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 15.9.1939

Es erscheint die Besprechung des Buchs „Geschichte der evangelischen Gemeinde Monschau 1520-1939“ von Walter Scheibler. In ihr heißt es : „Selbst Kommerscheid bei Schmidt, das Hüttendorf in der Nähe der Eisenhütte Simonskall, erhält eine selbständige reformierte Gemeinde, deren Kirchenbuch von 1617-1621 der Verfasser veröffentlicht.“
/Anm. fjb: 1607 heißt es in der Nideggener Stadtgeschichte: „Die Reformierten „zu Nied Ecken“ beantragen die Aufnahme ins Dürener Quartier.“ Eine weitere Erwähnung finden wir dort unter „1617“: „Die Reformierten sind mit denen von Monschau und anderen Orten in Kommerscheidt bei Schmidt zu einer Predigergemeinde vereinigt.“ 1618 schreibt die Chronik: „Ein Johann Cuedt von Nidegg ist als Angehöriger der reformierten Gemeinde in Commerscheit (Anm. fjb: Schmidt-Kommerscheidt) genannt. Über die reformierte Gemeinde Kommerscheidt ist ein sehr interessantes Dokument erhalten: das Kirchenbuch aus den Jahren 1617-1621. In den Jahren 1617-1622 war Johann Konrad Saurius Pfarrer dieser Gemeinde. Für die Jahre 1611-1623 wird er auch in Zweifall genannt.“ Schließlich lesen wir 1648: „Bürgermeister und Rat erklären, im Normaljahr 1612 hätten nur zwei oder drei Adlige der reformierten Lehre angehangen.“ Anno 1652 vermerkt der Chronist: „Da sich die Reformierten aus dem Kommerscheidter Bezirk, zu dem auch „die verstreut wohnenden Reformierten“ aus Nideggen und Heimbach gehörten, (Anm. fjb: es handelte sich wohl um Reste der „Wiedertäufer“) „einer wieder ins Leben tretenden reformierten Gemeinde zu Gemünd“ (Anm. fjb: damals Kreis Schleiden; heute Kreis Euskirchen) angeschlossen haben, wird dort das o.a. Tauf- und Sterberegister weitergeführt.“ 1802 – es ist die Zeit der Besetzung des linksrheinischen Gebiets durch die Franzosen finden wir dies Hinweis: „8.4.: Der Kult (Vollzug einer Gott geweihten Handlungen) der Reformierten und Protestanten wird per Gesetz geregelt. Sie erhalten damit zum ersten Mal auf dem linken Rheinufer die volle Religionsfreiheit. Gleichzeitig bekommen sie eine zentrale Kirchenverwaltung. In den Nideggener Akten treten lt. Tichelbäcker zu diesem Zeitpunkt keine Reformierten in Erscheinung.
Als „Reformierte“ bezeichnet man die aus der Reformation Zwinglis (Anm. fjb: CH, seit 1522) und Calvins (Anm. fjb: CH, seit 1536) hervorgegangenen Kirchen und Gemeinschaften. Das Wort „reformiert“ war anfänglich von gleicher Bedeutung wie „lutherisch“.“ Für 1812 ist vermeldet: „In der Mairie (Anm. fjb: frz., Bürgermeisterei) Nideggen gibt es 16 (Anm. fjb: Schulte: 12) Juden, die durch die Besatzer erstmals Bürgerrechte sowie das Recht der Religionsausübung bekommen hatten. Bislang hatten sie bei Geburt, Heirat und Tod dem Landesherrn ein Schutzgeld entrichten müssen. An den Zollstellen hatten sie für sich Zoll entrichten müssen. Auch die fünf Reformierten werden erstmals mit den Katholiken gleich gestellt.“ An anderer Stelle heißt es für dieses Jahr: „Die Einwohnerliste vom August dieses Jahres verzeichnet den 16-jährigen Peter Schumacher als Schulmeister für Nideggen. Aus (wohl auch) dieser Einwohnerliste erfahren wir, dass im Haus Nr. 7 die fünfköpfige reformierte Familie Schlickum wohnt, die eine katholische Magd hat.“)

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Montjoier Volksblatt 26.1.1940

Schmidt, 25. Januar
Im Schnee erfroren – Folge übermäßigen Alkoholgenusses.
Einige junge Burschen unternahmen gestern in Germeter und Umgegend eine Bierreise.'
In ihrer Begleitung befanden sich zwei Brüder aus Kommerscheidt, von denen der eine erst 17 Jahre zählte.
Auf dem Weg von Germeter nach Kommerscheid wurde der Junge infolge des genossenen Alkohols müde.
Der Bruder konnte ihn eine Strecke weit mitschleppen, mußte den Schlafenden aber niederlegen, um Hilfe zu holen.
Als Kommerscheidter Bauern später den Jungen fanden, war dieser bereits erfroren.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg

Eifeler Nachrichten, 24.12.2002

Schmidter unterstützen die Pfarre von Pater Benno Stollenwerk
Engagement für die Ärmsten

Dürener Zeitung, 17.07.2004

Konrad - Schubach - Preis geht diesmal nach Schmidt
Die Arbeit der Eifelvereins- Ortsgruppe auf kulturellem Sektor wird mit dem Preis gewürdigt.

Super Sonntag, 16.01.2005

Familiendrama in Schmidt.
Frau verbrannt .

Dürener Zeitung, 28.07.2005

45- jähriger rettet sich aus brennenden Pkw.
Explosion zweier Gasflaschen vermutet.
L 246 zwischen Brück und Schmidt zwei Stunden gesperrt.

Dürener Zeitung, 01.08.2005

Die Helfer mit dankbarem Lächeln belohnt.
Über 700 Teilnehmer bei der 25. Veranstaltung "Lauf mit in Schmidt".

Kirchenzeitung, 10.05.2006

St. Mokka ist kein Heiliger.
Die Pfarre St. Hubertus in Schmidt bekennt sich zu ihrer Vergangenheit.

Az-Web.de, 18.09.2007

Ein Jahrhundert lang die Eifel erlebt.
Wenn jemand hundert Jahre alt wird, dann hat er doch bestimmt ein Geheimrezept.

Monschauer Wochenspiegel, 12.03.2008

Kinder und Familien frühzeitig fördern.
Schmidter "Rappelkiste" wird zum Familienzentrum.