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Et Jöttche

Früher lebte in Schmidt eine Jungfrau.
Sie hieß Maria Wergen, aber die Leute nannten sie nur „et Jöttche“ (die Patin).
Ihre Wohnung hatte sie vorne im Kommerscheidter Weg.
Ihren Lebensunterhalt verdiente sich die Jungfrau damit, den Leuten die kaputte Wäsche zu flicken.
Innerhalb dieser Tätigkeit ging sie einmal für ein paar Wochen tagtäglich nach Kommerscheidt.
Jeden Abend begegnete ihr auf dem Heimweg eine Katze.
Eines Tages dachte sie bei sich: „Morgen nehme ich mir eine Schere mit.“
Als sie dann am nächsten Tag nach Hause ging, war die Katze wieder da.
Maria nahm die Schere heraus und schnitt der Katze damit ins Ohr.
Am darauf folgenden Tag sah man die alte Frau Dederichs, die Leute nannten sie „Keches“, mit einem Schnitt im Ohr herumgehen.

Quelle: Franz-Josef Brandenburg