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Erzählungen von George Smith

Es ist Samstag, 4. Nov. 1944. Über der Eifel hängen tiefe Wolken.
Sprühregen fällt, der alles mit Nässe durchdringt.
Ab und zu kommt ein kleiner Windstoß, der den Nebel vor sich hertreibt und den Blick auf eine wirre Landschaft frei gibt.
Es ist kurz vor 14 Uhr.
Über den Weg von Kommerscheidt ins Kalltal, der hinter Kommerscheidt über eine Hochebene führt, holpern ein paar
Lastwagen der Amerikaner Richtung Kalltal.
Es sind drei Lastwagen, die eine grausige Fracht geladen haben.
Wenn man sich die Wagen genauer ansieht, stellt man fest, daß ein Gemisch aus Blut und Wasser von den Ladeflächen tropft.
Sie waren in Schmidt.
Dort haben sie an der Kirche ihre gefallenen Kameraden auf die Wagen geladen.
Von vielen war nicht mehr all zu viel übrig.
Sie waren zerschossen, zerfetzt von den Geschossen der Deutschen, kaum noch als menschliche Wesen zu erkennen.
Stumm sitzt George Smith hinter dem Steuer.
Auch sein Kamerad Freddy Berg sagt nichts.
Ab und zu wischt er sich über die Augen.
Er weint.
Als sie kurz vor dem Wald sind, kommen ihnen ein paar Jeeps entgegen.
Ein Soldat springt aus dem ersten und bedeutet den Wagen den Weg frei zu machen, auf das offene Feld zu fahren.
Der Fahrer des ersten Wagens wechselt ein paar Worte mit dem Insassen des Jeeps, dann zieht er seinen Wagen vom Weg nach rechts ins
offene Feld.
Smith und Berg schauen sich an.
Dann kommt der Soldat zu ihnen und befiehlt auch hier, den Weg frei zu machen.
„Jetzt kommen Panzer hier hoch!“ ruft er, „ihr müßt den Weg frei machen!“
Mehreren Panzern des 707. Tankbataillons war es gelungen, von Vossenack herab ins Kalltal zu gelangen.
Jetzt waren sie auf dem Weg nach Kommerscheidt, nachdem amerikanische Pioniere die Felsen in den Kurven
im Kalltal oberhalb der Brücke bei der Mestrenger Mühle gesprengt hatten.
Trotzdem war es auch jetzt nicht einfach, diese tonnenschwere Ungetüme den Berg hoch zu bringen.