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Chronik Kriegsereignisse

Übersicht über die Kriegsereignisse in Schmidt vom
3. November 1944 bis zum 10. Februar 1945:

3. November:

Gegen 16.00 Uhr sind die Amerikaner von Vossenack kommend in Schmidt.
Da sie zu müde und erschöpft sind, graben sie sich nicht ein, sie lagern im Freien in den Gärten und Wiesen.
Dem Angriff voran ging ein Beschuß durch die amerikanische Artillerie mit etwa 20000 Granaten pro Stunde.

4. November gegen 8.00 Uhr:

Der Gegenangriff der Deutschen beginnt, die deutsche Artillerie, die in Bergstein, Brandenberg, Brück, Harscheidt und Neuen Hof stationiert ist, beginnt mit dem Beschuß von Schmidt.
Die 89. Infanteriedivision greift von Harscheidt, von der Heimbacher Str. und aus dem Buhlert her an.
Die amerikanische Artillerie erwidert das Feuer und legt „eine Glocke aus Feuer“ vor die Amerikaner.
Von Harscheidt greifen zehn Sturmgeschütze an.
Zunächst erzielen die Deutschen keine Geländegewinne.
Die Amerikaner haben keine schweren Waffen, Panzer oder Panzerabwehrkanonen dabei.

4. November gegen 9.00 Uhr:

Das amerikanische Artilleriefeuer lässt merklich nach, hört gegen 9.30 Uhr ganz auf, da die vorgeschobenen Beobachter der Amerikaner gefallen sind.
Die Verbindung zu ihrer Artillerie ist damit unterbrochen.
Die deutschen Soldaten drängen die Amerikaner langsam in die Mitte des Dorfes in den Bereich Schule - Kirche – Hotel Roeb.
10 Sturmgeschütze unterstützen sie dabei.
Fünf greifen von Harscheidt aus an, fünf kommen die Heimbacher Straße hoch.
Hierbei erleiden die Amerikaner große Verluste, können jedoch mehrmals den Angriffen der Deutschen standhalten und sogar wieder etwas Boden gewinnen.
Dann setzt erneut deutsches Artilleriefeuer ein.
Die Amerikaner müssen sich zurückziehen, viele Verwundete und Tote bleiben zurück.

4. November gegen 11.00 Uhr:

Fünf Sturmgeschütze stehen am Wasserhäuschen, drei stehen noch in der Heimbacher Str., zwei stehen mit Motorschaden an der Tankstelle Virnich, damals Schuster Martin.
Die drei Sturmgeschütze säubern mit der Infanterie den Ort und sind gegen 11.30 Uhr in der Kommerscheidter Str. etwa in Höhe des Weihers, heute Dr. Schallenberg.
Die Amerikaner ziehen sich jetzt endgültig auf Kommerscheidt zurück.
Gegen 10.00 Uhr sind die ersten vier amerikanischen Panzer in Kommerscheidt, denen bald noch zwei weitere folgen.
Der Kommandant dieser Panzer ist Leutnant Fleigh.
Ihm gelingt es, eine Verteidigungslinie entlang der Straße „Auf der Hurth“ aufzubauen, und er hält die zurückflutenden Infanteristen auf.

4. November 12.00 Uhr:

Auch die Verluste der Deutschen sind enorm.
So wird eine Kampfpause vereinbart, in der die gefallenen und verwundeten Soldaten geborgen werden.
Anschließend helfen die Deutschen den Amerikanern bei der Bergung ihrer Toten.
In einer langen Reihe werden sie, mit vier oder fünf übereinander, entlang der Kirche bis hin zum Ehrenmal aus den Wiesen und Gärten herbeigeholt und dort abgelegt.
Die Deutschen helfen auch den Amerikanern beim Aufladen der Gefallenen auf die 1-Tonner-LKWs.
Dieses Ereignis hat Herr Stoffels (Inf- Reg. 1055, 89 Inf.-Div.) geschildert, der dies miterlebt hat.
Auch ein Amerikaner namens Moosley von der 28. amerikanischen Inf. – Div. hat dies berichtet.

4. November, 14.00 Uhr:

Der Angriff der Deutschen auf Kommerscheidt beginnt nach Vorbereitungsfeuer der deutschen Artillerie.
Teile der 116. Panzerdivision und die zehn Sturmgeschütze unterstützen den Angriff.
Doch die Amerikaner haben wieder Verbindung zu ihrer Artillerie, die heftigstes Abwehrfeuer schießt.
Die Infanterie bleibt in diesem Feuer liegen, die Panzer müssen sich wieder zurückziehen.
Einige Panzer werden von den Panzern der Amerikaner und von amerikanischen Flugzeugen vernichtet.

5. bis 7. November:

Die Amerikaner liegen in Kommerscheidt unter ständigem deutschen Artilleriefeuer.
Hinzu kommen die Panzer und Sturmgeschütze, die die Angriffe der Infanterie unterstützen.
Nebel, Regen, Schnee und tiefhängende Wolken verhindern das Eingreifen der amerikanischen Luftwaffe, die nur vereinzelt in die Bodenkämpfe eingreifen kann.
In erbitterten Kämpfen erobern die Deutschen in Kommerscheidt Haus um Haus.
Da der Nachschub der Amerikaner nur sehr spärlich nach Kommerscheidt hoch kommt, müssen sie sich am 7. November in den Wald hinter Kommerscheidt Richtung Kalltal zurück ziehen.
In der Nacht zum 8. November ziehen sich alle auf Vossenack zurück.
Da viele Verwundete zurück gelassen werden müssen, kann die amerikanische Artillerie diesen Rückzug nicht decken.

Verluste:

Die Amerikaner verlieren rund 3500 Soldaten bei den Kämpfen um Schmidt und Kommerscheidt.
Es sind die größten Verluste, die eine amerikanische Division – hier die
28. US Inf.- Div. – im zweiten Weltkrieg erlitten hat.
Die Verluste der Deutschen liegen bei etwa 1500 Soldaten, einige Quellen sprechen jedoch von über 2000 Toten.
Gevert Haslob, ein Leutnant in der 89. deutschen Inf.- Div. und im Stab von General Bruns tätig, hält die Zahl 2000 für richtig.
33 amerikanische Panzer werden in Kommerscheidt und Umgebung abgeschossen, die deutschen Truppen verlieren etwa 20.

8. November 1944 4. Februar 1945:

Die Kämpfe im Hürtgenwald beginnen und sind die Fortsetzung der Kämpfe um Schmidt und Kommerscheidt.
Nachdem die Amerikaner Hürtgen, Brandenberg und Bergstein erobert haben, liegt Schmidt und Kommerscheidt in den folgenden Monaten unter ständigem Feuer der amerikanischen Artillerie.
Drei mal wird Schmidt von Bomberflugzeugen angegriffen.
Es gibt Spähtruppunternehmen auf beiden Seiten.
Die Amerikaner liegen auf der Vossenacker Seite, die deutschen Truppen liegen in den Wäldern diesseits der Kall.
Nachdem die Ardennenoffensive gescheitert ist, beginnt der Kampf um Schmidt und die Rurtalsperre erneut.
Diesmal greifen die Amerikaner vom Südwesten an und kommen aus Richtung Strauch.

5. Februar 1945:

Mit über 1200 Geschützen aller Kaliber bereiten die Amerikaner ihren Angriff auf Schmidt vor.
Diese Kanonade dauert bis zum 7. Februar morgens um 7.00 Uhr.
Dann beginnt der Angriff der 78. amerikanischen Inf. – Div.

7. Februar 1945:

Gegen 9.00 Uhr sind die Panzerspitzen und die ersten Infanteristen am Wasserhäuschen, gegen 11.00 Uhr ist das erste Haus, heute Hotel Seeblick, in der Hand der Amerikaner.
Die deutschen Truppen in Schmidt sind erschöpft, sie sind auf dem Rückzug von der Ardennenoffensive, haben wenig Munition, die Fahrzeuge kaum noch Treibstoff.
Trotzdem wird erbitterter Widerstand geleistet.
Die Amerikaner versuchen, südlich an Schmidt Richtung Heimbach vorbeizugehen.

(Die Zeitangaben sind nach Berichten deutscher Soldaten gemacht, sie stimmen nicht mit den Zeitangaben der Amerikaner überein.)

8. Februar 1945:

Die Amerikaner sind bis zur Kirche vorgedrungen.
Eine Kompanie rückt über die Hubertushöhe weiter vor.
Um nicht umzingelt zu werden, ziehen sich die noch verbliebenen Panzer - drei Sturmgeschütze, vier Panzer – aus Schmidt zurück.
Ihnen stehen etwa 30 amerikanische Panzer gegenüber.
Am Abend haben die Amerikaner die Heimbacher Straße erobert und stehen am Scheidtbaum.

9. und 10. Februar 1945:

Die letzten deutschen Soldaten müssen sich ergeben, da sie kaum noch Lebensmittel und Munition haben.
Die Überlegenheit der Amerikaner an Waffen, Munition und Truppen ist zu groß.
Die Kämpfe um Schmidt, den Rursee und den Hürtgenwald sind damit beendet.

Quellen:

Mündliche Berichte deutscher und amerikanischer Soldaten,
The Flash, die Zeitschrift der 78. amerikanischen Infanteriedivision.